Anneliese Wipperling: „Der weite Weg zur Erde“

Was passiert, wenn man einer neunjährigen Vulkanierin einen Gedichtband von Garcia Lorca schenkt? Für die junge T’Liza ist es der Beginn einer Kette von Ereignissen, die ihr Leben gründlich auf den Kopf stellen. Sie durchschaut mehr und mehr die Bigotterie und die dunklen Geheimnisse ihrer vulkanischen Vorzeigefamilie, übersteht eine mörderische Überlebensprüfung und wird Zeugin bei der Trennung ihrer Eltern. Als ihre Mutter den charismatischen Philosophieprofessor Andal heiratet, entdeckt T’Liza eine faszinierende verborgene Seite Vulkans und findet endlich ihre geistige Heimat. Doch die Vergangenheit holt sie wieder ein. Schließlich kommt es zu dramatischen Ereignissen, die nicht nur T’Liza in die Verbannung treiben, sondern auch die Grundfesten der vulkanischen Gesellschaft erschüttern … Download  


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Sanitäranlagen als Gradmesser für Zivilisation?

Geben Sie zu, dass sie das schon immer wissen wollten: Wie halten es Vulkanier mit ihren Exkrementen? Autor: Andal aus dem Hause Boras (Übersetzung aus dem Vulkanischen von Anneliese Wipperling) Verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer! Sie schauen mich erwartungsvoll an, weil Sie neugierig darauf sind, was der vulkanische Professor für Ethik und Philosophie für eine Figur macht, wenn es um die altehrwürdigen Traditionen der Sorbonne geht. Wird er arrogant darauf bestehen, die letzte Vorlesung im Jahr durchzuziehen, als wenn ihn die Gefühle der Menschen gar nichts angehen … oder versteht er etwa Spaß? Immerhin behauptet er ja, zu einer alternativen Gemeinschaft zu gehören … jetzt kann er es uns beweisen! Ich spüre die Hinterlist hinter Ihrer gespannten Aufmerksamkeit … die im Sand vergrabenen Fangeisen. Sie alle kennen mich schon ein wenig, wissen genau, dass ich mich zum Possenreißer nicht sonderlich eigne … denn so weit bin ich Vulkanier, dass es mir völlig unlogisch vorkommt, eine ganze Vorlesung mit albernen Scherzen zu füllen. Dennoch möchte ich Ihre Erwartungen nicht gänzlich enttäuschen. Deshalb weiche ich heute vom Themenplan dieses Jahres ab und spreche über etwas, das Sie schon immer gern wissen wollten. Ja, Sie haben es nie öffentlich zugegeben, aber ich habe es in Ihren Augen gelesen und Sie bei gelegentlichen Besuchen im „Stardust“  darüber flüstern hören: Sie möchten wissen, wie mein Volk es mit seinen Exkrementen hält. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass es nicht vernünftig ist, Fäkalien grundsätzlich zu verachten. Sie sind ein natürliches Stoffwechselprodukt aller organischen Lebewesen im Universum, wichtig Continue Reading →


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Der Eine, der alles sieht

Wer an einen Gott glaubt, ist zumeist nicht bereit, ihn näher zu definieren – und wer nur das akzeptiert, was man sehen, anfassen und messen kann, interessiert sich nicht sonderlich dafür, wie man Göttlichkeit definieren kann … Autor: Andal aus dem Hause Boras (Übersetzung von Anneliese Wipperling)


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Fäulnis unter einer makellosen Fassade

Ein Leben ohne Gefühle ist ein zu hoher Preis für den Frieden. Wieviele Bürger Vulkans wurden wegen eigenständiger Gedanken in die Verbannung geschickt? Wo ist die Grenze dessen, was für normal gehalten wird? Was ist mit Arroganz und Xenophobie? Autor: Andal aus dem Hause Boras (Übersetzung von Anneliese Wipperling) Hochverehrter Herr Botschafter, liebe Landsleute. Es verschafft mir eine gewisse Befriedigung, daß meine wissenschaftliche und pädagogische Arbeit so weit Anerkennung findet, daß man mir meinen ehemaligen Platz in der Gesellschaft Vulkans wieder anbietet. Ich könnte zufrieden sein, wenn ich mir sicher wäre, daß es dabei einzig und allein um die Würdigung meiner Leistung geht. Leider hege ich diesbezüglich tiefe Zweifel.


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150 Jahre Föderation der Vereinten Planeten

Natürlich halten wir alle die Gründung der Föderation für die wohlverdiente Frucht unserer eifrigen Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit. Nun sind wir an geheime Informationen gelangt, die alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Ironischerweise hat es sich wieder einmal gezeigt, dass böse Taten manchmal gute Folgen haben … Leitartikel der Federations Weekly vom 8. Mai 2301 Autor: Ruda aus dem Hause Boras (Übersetzung von Anneliese Wipperling) Die Macht der Entropie Menschen, Vulkanier und viele andere Spezies der Föderation sind stolz auf die Fähigkeit, ihre Umwelt zu beherrschen und zu gestalten. Bei Vulkaniern geht es sogar so weit, dass sie glauben, ihre eigene Persönlichkeit nach einem höchst abstrakten Vorbild formen zu können. Natürlich halten wir alle die Gründung der Föderation für die wohlverdiente Frucht unserer eifrigen Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit. Auch ich war bis vor kurzem dieser Überzeugung. Nun sind wir an geheime Informationen gelangt, die alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Ironischerweise hat es sich wieder einmal gezeigt, dass böse Taten manchmal gute Folgen haben – und umgekehrt gute Absichten schlimme. Entscheidende Veränderungen in der Geschichte werden oft mehr oder weniger unfreiwillig vorangetrieben. Wohltäter wider Willen räumen die Stolpersteine beiseite. Private Rachefeldzüge schwächen die Gegner einer gerechten Ordnung. Und unfreiwillige Helden stemmen sich mit letzter Kraft gegen die Feinde des Friedens … Man hat mich, einen Vulkanier, gebeten, den hundertfünfzigsten Jahrestag der Gründung der Föderation zu würdigen. Ich habe lange überlegt, welche Worte angemessen wären – welche Gedanken meine Leser schätzen würden. Aber dann wurde Continue Reading →


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Worte des großen Surak

Bedenke, bevor du dein Leben oder deine Arbeit mit einem anderen teilst: Unwissenheit ist der größte Feind der Logik. Indem du dem anderen Informationen vorenthältst verhinderst du bei ihm logisches Denken und erniedrigst ihn. Es kann sein, daß dadurch sein Denken und Handeln irrational und destruktiv wird. Es kann sogar sein, daß Emotionen seinen Verstand vollständig überwältigen und ihn zum Tier werden lassen. Du vergrößerst damit die Entropie und beschleunigst den Hitzetod des Universums…. Versuche niemals, einen anderen durch Bruchstücke deines Wissens oder Unwahrheiten zu manipulieren! Wenn der andere nicht bereit ist für deine Wahrheit, so meide lieber jeden Kontakt zu ihm. So ehrst du zwar nicht das Cthia aber du erniedrigst es auch nicht. Indem du den anderen seinen eigenen Gedanken überläßt, läßt du das Universum unberührt. (Aus: Anneliese Wipperling, “Der weite Weg zur Erde”)


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