{"id":60,"date":"2004-05-28T22:59:13","date_gmt":"2004-05-28T21:59:13","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/blog\/sandozean\/?p=60"},"modified":"2025-05-13T19:33:13","modified_gmt":"2025-05-13T19:33:13","slug":"am-anfang-war-tuvok","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=60","title":{"rendered":"Am Anfang war Tuvok"},"content":{"rendered":"<p>Durch Deep Space Nine war ich, was das aktuelle Vulkanierbild anging, einigen Kummer gew\u00f6hnt. Trotzdem freute ich mich sehr, als ich h\u00f6rte, da\u00df bei Voyager endlich wieder einer meiner geliebten Vulkanier zur Stammcrew geh\u00f6ren w\u00fcrde. Was ich dann jedoch sah, hat mich zun\u00e4chst sehr verbl\u00fcfft. Bisher sahen die Vulkanier ziemlich einheitlich aus: schwarzhaarig, hellh\u00e4utig, mit scharf geschnittenen Gesichtern\u2026 und nun pr\u00e4sentierte man mir einen dunkelh\u00e4utigen Mann mit ausgesprochen weichen Gesichtsz\u00fcgen. Nicht, da\u00df mir Tim Russ nicht gefallen h\u00e4tte \u2013 ganz im Gegenteil \u2013 aber er sah f\u00fcr mich einfach nicht wie ein richtiger Vulkanier aus. Und dann war Tuvok auch noch so elend h\u00f6lzern und steif, dr\u00fcckte sich so altmodisch und gespreizt aus\u2026 und diese ganze neue Vulkanier-Folklore! Spock war auf seine Art ein verdammt cooler Typ gewesen\u2026 aber Tuvok?<\/p>\n<p>Am Anfang war ich so entt\u00e4uscht von ihm, da\u00df ich ihn nicht einmal besonders gut leiden konnte. Einige Folgen, in denen er extrem eindimensional, gef\u00fchllos und logisch bis zur v\u00f6lligen Unvernunft war, rumorten tief in meinem Unterbewu\u00dftsein weiter. Irgendwann entstand daraus ein neuer Begriff: Philosophieb\u00fcrokrat.<br \/>\nNein, Tuvok zelebrierte seine Logik und Emotionslosigkeit auf eine Weise, wo selbst ich als alter, gestandener Vulkanierfan nicht mehr mitkam. Das konnte doch gar nicht alles echt sein! Kein reales Lebewesen benimmt sich freiwillig so\u2026 und irgendwie erinnerte mich das ganze an gewisse Erscheinungen w\u00e4hrend der Wende auf dem Gebiet der DDR: Dreihundertprozentige Kommunisten die blitzschnell zu ebenso dreihundertprozentigen Demokraten mutierten\u2026 Leute, die es nie gelernt hatten, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese selbstbewu\u00dft zu vertreten, die \u00fcbereifrig und obrigkeitstreu Vorschriften befolgten\u2026 und dabei alles irgendwie extrem formal betrachteten.<\/p>\n<p>Und Tuvok? Er \u00fcbertrieb den ganzen Surak, sah anders aus\u2026 wom\u00f6glich hatte er sehr gute Gr\u00fcnde f\u00fcr sein Verhalten. Vielleicht stand er noch viel st\u00e4rker als Spock unter einem besonderen Druck, zu beweisen, was f\u00fcr ein Vorzeigevulkanier er war. Der Gedanke an ein Rassenproblem auf Vulkan dr\u00e4ngte sich mir f\u00f6rmlich auf. Auch Tim Russ hat w\u00e4hrend eines Panels angedeutet, da\u00df er der Meinung ist, da\u00df Tuvoks dunkle Haut eine besondere Bedeutung haben mu\u00df\u2026 da\u00df es nicht nur um political correctness bei der Auswahl der Schauspieler ging.<br \/>\nLeider hat man bei Voyager alle Konflikte sehr schnell glatt geb\u00fcgelt \u2013 manche offenbar sogar, bevor man sie \u00fcberhaupt erw\u00e4hnt hat. Maquis, dunkle Vulkanier\u2026 kein einziges Problem innerhalb der Crew wurde gr\u00fcndlich angepackt. Das war \u00e4u\u00dferst \u00e4rgerlich f\u00fcr die Zuschauer und sehr gut f\u00fcr die Verfasser von Fanzines! Was f\u00fcr faszinierende L\u00fccken in der Geschichte! Wieviel freier Raum f\u00fcr eigene Interpretationen! Auf eine schr\u00e4ge Art bin ich den Produzenten dankbar, da\u00df Voyager so unvollkommen ist\u2026<\/p>\n<p>Ich dachte ziemlich lange \u00fcber das Rassenproblem nach. Wenn man der Theorie folgt, da\u00df Unterschiede in Aussehen und F\u00e4higkeiten durch Anpassung an besondere Umweltbedingungen entstehen und wenn ich einige Aspekte aus Diane Duanes Roman \u201cSpocks Welt\u201d als wahrscheinliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die physiologischen und psychologischen Besonderheiten der Vulkanier akzeptieren w\u00fcrde\u2026<br \/>\nEs ist nachvollziehbar, da\u00df Vulkan einst wie die Erde ein gr\u00fcner Planet war, der durch eine Sonneneruption den gr\u00f6\u00dften Teil seines Wassers eingeb\u00fc\u00dft hat. Schlie\u00dflich braucht das Leben erst einmal g\u00fcnstige Bedingungen, um \u00fcberhaupt zu entstehen. Eine globale Katastrophe w\u00fcrde zudem einige Besonderheiten Vulkans erkl\u00e4ren: Die wenigen beschriebenen Tier- und Pflanzenarten zum Beispiel.<br \/>\nDie \u00fcberlebenden Urvulkanier hatten nur zwei M\u00f6glichkeiten, ihre Existenz zu sichern: Gnadenlose H\u00e4rte beim Kampf um die wenigen Ressourcen oder besonders intensive Kooperation miteinander. Nach Diane Duane w\u00e4hlten sie den ersten Weg: Nur die h\u00e4rtesten, aggressivsten und kr\u00e4ftigsten Kinder durften \u00fcberleben. Seitdem lauern Gewalt und Grausamkeit in den Tiefen der meisten vulkanischen Seelen.<br \/>\nWenn man nun annimmt, da\u00df lange vor der Sonneneruption einige neugierige Urvulkanier in die ariden Zonen beiderseits des \u00c4quators vordrangen und da\u00df sie bereits ausreichend an ein Leben in der W\u00fcste angepa\u00dft waren, als die Katastrophe passierte\u2026 Sie h\u00e4tten wahrscheinlich l\u00e4ngst nicht so verzweifelt wie die Bewohner der Urw\u00e4lder reagiert.<\/p>\n<p>Diane Duane nimmt an, da\u00df in den Tiefen der Sandozeane Vulkans eine zweite und wesentlich \u00e4ltere intelligente Spezies lebt: die A\u2019Kweth. Der Gedanke gef\u00e4llt mir. Wom\u00f6glich kam es schon fr\u00fchzeitig zu Kontakten zwischen ihnen und den Urvulkaniern der W\u00fcste. Und vielleicht haben die A\u2019Kweth den Vulkaniern geholfen \u2013 haben ihnen gezeigt, wo sie Nahrung und Wasser finden und wie sie ihre mentalen F\u00e4higkeiten verbessern konnten. Das Ergebnis dieser Gemeinschaft w\u00e4re ein friedliches, zivilisiertes, spirituelles Volk mit \u00fcberdurchschnittlichen F\u00e4higkeiten\u2026 ein Nomadenvolk mit dunkler Haut und wenig materiellen Bed\u00fcrfnissen.<br \/>\nTuvok hat mich dazu gebracht, die Turuska zu erfinden und dar\u00fcber nachzudenken, wie es ihnen ergangen sein mag \u2013 sicher mindestens so schlimm wie vergleichbaren V\u00f6lkern auf der Erde. Da sie nicht kriegerisch waren, boten sie sich zun\u00e4chst als leichte Beute f\u00fcr Kriegsherren, Lokalf\u00fcrsten und ihre Handlanger an. Man konnte sie ungestraft versklaven, ihre genetischen Ressourcen ausbeuten\u2026 und sie als Lustobjekte f\u00fcr allerlei perverse Spielchen verwenden. Irgendwann konnten sie den Leidensdruck nicht mehr ertragen und begannen sich vehement zu wehren. Den mental verbundenen Bruderschaften der Ah\u2019Maral gelang es, die Grenzen des Turuskagebietes zu sichern und ihr Volk vor der Ausrottung zu bewahren.<\/p>\n<p>Als der gro\u00dfe Surak Vulkan zu Frieden und Logik f\u00fchrte und die F\u00fcrstent\u00fcmer zu einem einheitlichen Staat verschmolzen, waren die Turuska nicht bereit, die allgemeine Globalisierung mitzumachen. Sie mi\u00dftrauten ihren ehemaligen Peinigern, glaubten nicht, da\u00df sie sich tats\u00e4chlich ge\u00e4ndert h\u00e4tten. Man billigte ihnen schlie\u00dflich widerwillig Autonomierechte zu und begegnete ihnen dar\u00fcber hinaus mit Argwohn. Sie galten als zur\u00fcckgeblieben, wild und z\u00fcgellos. Da\u00df Surak sich f\u00fcr ihren Schutz ausgesprochen hatte, bewahrte sie zwar vor zwangsweiser Assimilation und Verbannung \u2013 dennoch wurden sie systematisch diskriminiert und verunglimpft. Ihre Kultur wurde totgeschwiegen.<br \/>\nAls Vulkan Teil der F\u00f6deration wurde, vertuschte man das im Untergrund schwelende Rassenproblem. In den offiziellen Datenbanken gab es keinen Hinweis auf eine ethnische Minderheit und deren Sitten und Gebr\u00e4uche. Offiziell war Vulkan ein Planet mit einer v\u00f6llig einheitlichen Bev\u00f6lkerung, sprach mit einer Stimme. Es gab keine unterschiedlichen Auslegungen Suraks, keine Dissidenten, keinerlei Abweichen von der Norm. Man mu\u00df schon ziemlich naiv sein, um an so viel Makellosigkeit zu glauben!<\/p>\n<p>Die dunkelh\u00e4utige Bev\u00f6lkerung Vulkans bestand aus echten Turuska und den Nachkommen der vor mehr als tausend Jahren verschleppten Sklaven. Letztere wurden zumeist in die Clans ihrer ehemaligen Herren aufgenommen \u2013 wie man sich leicht vorstellen kann, zu sehr unterschiedlichen Bedingungen. Nicht alle vormaligen Sklavenhalter waren wirklich Anh\u00e4nger Suraks. Viele trauerten ihren verlorenen Privilegien nach, fanden es gar nicht gut, da\u00df sie nun selbst arbeiten oder ihre Angestellten bezahlen mu\u00dften \u2013 und nat\u00fcrlich verachteten sie die ihnen aufgezwungene, in ihren Augen h\u00f6chst minderwertige Verwandtschaft. Wenn man sich vorstellt, da\u00df Tuvok zu solch einem alten F\u00fcrstenhaus geh\u00f6rt hat, da\u00df man ihm von klein auf beigebracht hat, seine genetischen Wurzeln zu verabscheuen\u2026<br \/>\nUnd wenn seine Clan\u00e4ltesten daf\u00fcr gesorgt h\u00e4tten, da\u00df die ehemaligen Sklaven immer sch\u00f6n unterw\u00fcrfig blieben, kein gesundes Selbstvertrauen entwickelten\u2026 und sich vor allem nicht mit hellh\u00e4utigen Vulkaniern vermischten? Wenn sie allen dunkelh\u00e4utigen Kindern damit gedroht h\u00e4tten, sie wegen ihres schlechten Erbes zu versto\u00dfen, wenn sie nicht v\u00f6llig makellos w\u00e4ren? Es w\u00fcrde erkl\u00e4ren, warum Tuvok so unfrei und verkrampft wirkte, so \u00fcbereifrig\u2026 warum er die formalen Br\u00e4uche mit solcher Verbissenheit zelebrierte.<br \/>\nWenn man genau hinsah, konnte man erkennen, mit welchem Mitgef\u00fchl er in unbeobachteten Augenblicken seine Schiffskameraden anschaute. Er k\u00fcmmerte sich liebevoll und geduldig um Au\u00dfenseiter\u2026 und er hatte praktisch keinen Kontakt zu Vorik, einem hellh\u00e4utigen jungen Ingenieur aus dem Maschinenraum. Irgend etwas trennte die beiden: Vielleicht f\u00fcrchtete Tuvok, da\u00df der junge Mann ihn f\u00fcr minderwertig halten w\u00fcrde\u2026 und wom\u00f6glich tat er das wirklich.<br \/>\nGanz offensichtlich war Tuvok sehr einsam und nicht bereit, dagegen etwas zu unternehmen. Die Menschen verstanden ihn nicht richtig, trieben zuweilen ihre unlogischen Scherze mit ihm, aber er wu\u00dfte genau, da\u00df sie ihn wenigstens nicht verachteten \u2013 sie standen ihm immer noch n\u00e4her als der neurotische und selbstherrliche Vorik. Dennoch mied er ihre geselligen Zusammenk\u00fcnfte, wehrte sich, wenn sie ihn in ihre Freizeitaktivit\u00e4ten integrieren wollten.<br \/>\nIch bin mir ziemlich sicher, da\u00df Tuvok nicht im Einklang mit sich selbst war, da\u00df ihm seine Gemahlin und die Kinder sehr fehlten\u2026 und da\u00df er sich wie jedes Lebewesen nach Zuwendung und Mitgef\u00fchl sehnte. Leider war er v\u00f6llig au\u00dferstande, so etwas zuzugeben \u2013 und seine Schiffskameraden erkannten nicht, was er brauchte. Man mu\u00df \u00fcbrigens nicht Vulkanier sein, um in eine solche Lage zu geraten und in seinem Elend und seiner Unflexibilit\u00e4t hoffnungslos zu vereinsamen.<br \/>\nTuvok war nicht in der Lage, sich aus seiner prek\u00e4ren Situation selbst zu befreien. Dazu h\u00e4tte er erst einmal einsehen m\u00fcssen, da\u00df mit ihm etwas nicht in Ordnung war\u2026 und er war darauf konditioniert, vor solchen Zweifeln extreme Angst zu haben \u2013 eine Angst, die er sich ebenfalls unm\u00f6glich eingestehen konnte. Nur wenn er alle Regeln akribisch einhielt, schaffte er es, nicht pausenlos an seinen Makel zu denken. Das f\u00fcllte ihn aus und lenkte ihn davon ab, sich mit seinen wahren Problemen auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Tuvok geriet mehrmals in Versuchung, seine Ehe zu brechen. Mindestens zwei interessante Frauen waren von ihm fasziniert, machten ihm ziemlich eindeutige Angebote, h\u00e4tten seine Keuschheit gar zu gern bezwungen\u2026 aber Tuvok lehnte jedesmal ab. Es wird nicht klar, ob ihm T\u2019Pel so viel bedeutete, oder ob er wieder einmal besonders verbissen versuchte, einem Dogma gerecht zu werden. Eigentlich mu\u00dfte er ja lange Zeit damit rechnen, da\u00df die Besatzung der Voyager f\u00fcr tot erkl\u00e4rt war\u2026 und seine Frau sich l\u00e4ngst einen anderen Bindungspartner gesucht hatte. Es war f\u00fcr ihn schwierig, in einer solchen Situation logisch zu entscheiden. Vielleicht war wieder so ein verp\u00f6ntes Gef\u00fchl im Spiel: Vieles deutet darauf hin, da\u00df nur der Gedanke an seine Familie ihm w\u00e4hrend der sieben Jahre im Deltaquadranten Halt gegeben hat\u2026<br \/>\nWie mag so eine Ehe zwischen \u00fcbereifrigen Philosophieb\u00fcrokraten aussehen? Waren T\u2019Pel und Tuvok miteinander gl\u00fccklich? Gibt es so etwas \u00fcberhaupt, wenn die Kohlinar-Meister jegliches Gef\u00fchl \u00e4chten \u2013 und die Liebe f\u00fcr die schlimmste aller Quellen der Entropie halten? Oder waren da nur K\u00e4lte, Entsagung\u2026 und alle sieben Jahre wilder Sex?<br \/>\nMir tat der entwurzelte, verunsicherte Turuska sehr leid. Es \u00e4rgerte mich, da\u00df sich keiner richtig um ihn k\u00fcmmerte\u2026 da\u00df er zwar sein Leben f\u00fcr die Crew aufs Spiel setzen durfte, da\u00df aber niemand an seinem Bett sa\u00df, wenn er zerschunden von einer Mission zur\u00fcck kam. Alle erwar-teten von ihm, da\u00df er funktionierte. Captain Janeway erweckte sogar mehrmals den Eindruck, als k\u00f6nnte sie ihn auf keinen Fall entbehren \u2013 aber das bedeutete nicht, da\u00df sie \u00fcber ihn nachdachte. Es ist eine Last, immer der Starke sein zu m\u00fcssen!<br \/>\nIch glaube, da\u00df Tuvok erst richtig leben kann, wenn er die brutale Konditionierung durch die Feinde seines Volkes \u00fcberwindet und zu seinen ethnischen Wurzeln zur\u00fcckkehrt. Nur sein eigenes Volk kann ihm helfen, den Grundkonflikt seines Daseins zu \u00fcberwinden und ihm beweisen, da\u00df er keineswegs gewaltt\u00e4tiger und unkultivierter als seine hellh\u00e4utigen Mitvulkanier ist \u2013 ganz im Gegenteil\u2026<br \/>\nIch mag Tuvok, deshalb lasse ich ihn diesen Weg in ein besseres Leben beschreiten. Immerhin hat er mich dazu gebracht, \u00fcber Vulkan nachzudenken und seine Gesellschaft zu erkunden. Ohne ihn h\u00e4tte ich wom\u00f6glich gar nicht angefangen, diese Geschichten zu schreiben. Es ist nur gerecht, da\u00df er nun endlich ein Teil meiner Welt geworden ist.<\/p>\n<p>(C) Anneliese Wipperling, 2003<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durch Deep Space Nine war ich, was das aktuelle Vulkanierbild anging, einigen Kummer gew\u00f6hnt. Trotzdem freute ich mich sehr, als ich h\u00f6rte, da\u00df bei Voyager endlich wieder einer meiner geliebten Vulkanier zur Stammcrew geh\u00f6ren w\u00fcrde. Was ich dann jedoch sah, hat mich zun\u00e4chst sehr verbl\u00fcfft. Bisher sahen die Vulkanier ziemlich einheitlich aus: schwarzhaarig, hellh\u00e4utig, mit scharf geschnittenen Gesichtern\u2026 und nun pr\u00e4sentierte man mir einen dunkelh\u00e4utigen Mann mit ausgesprochen weichen Gesichtsz\u00fcgen. Nicht, da\u00df mir Tim Russ nicht gefallen h\u00e4tte \u2013 ganz im Gegenteil \u2013 aber er sah f\u00fcr mich einfach nicht wie ein richtiger Vulkanier aus. Und dann war Tuvok auch noch so elend h\u00f6lzern und steif, dr\u00fcckte sich so altmodisch und gespreizt aus\u2026 und diese ganze neue Vulkanier-Folklore! Spock war auf seine Art ein verdammt cooler Typ gewesen\u2026 aber Tuvok? Am Anfang war ich so entt\u00e4uscht von ihm, da\u00df ich ihn nicht einmal besonders gut leiden konnte. Einige Folgen, in denen er extrem eindimensional, gef\u00fchllos und logisch bis zur v\u00f6lligen Unvernunft war, rumorten tief in meinem Unterbewu\u00dftsein weiter. Irgendwann entstand daraus ein neuer Begriff: Philosophieb\u00fcrokrat. Nein, Tuvok zelebrierte seine Logik und Emotionslosigkeit auf eine Weise, wo selbst ich als alter, gestandener Vulkanierfan nicht mehr mitkam. Das konnte doch gar nicht alles echt sein! 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