{"id":3884,"date":"2024-12-13T20:22:00","date_gmt":"2024-12-13T20:22:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3884"},"modified":"2025-05-13T20:23:53","modified_gmt":"2025-05-13T20:23:53","slug":"damals-1945-die-saat-des-hasses","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3884","title":{"rendered":"DAMALS (1945 &#8211; \u2026.): Die Saat des Hasses"},"content":{"rendered":"\n<p>Reden wir \u00fcber Gef\u00fchle. \u00dcber Hass zum Beispiel.<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Heute kann \u201eHass und Hetze\u201c ein Straftatbestand sein. Aber wie soll ein Mensch empfinden, dem man seine Freiheit, seine Heimat, seine Identit\u00e4t und seine Liebsten genommen hat? Nat\u00fcrlich f\u00fchlt er hei\u00dfe oder eiskalte Wut, den Wunsch, es dem Feind mit gleicher M\u00fcnze heimzuzahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich wird er mit drastischen Worten und Taten reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist es egal, ob ein Verbrecher sein Leben zerst\u00f6rt hat, fremde Soldaten sein Land \u00fcberfallen haben oder ein feiger Gegner Bomben auf Zivilisten regnen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich haben die Menschen in den Bunkern und Luftschutzkellern die Amerikaner gehasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch jene, die keine Anh\u00e4nger Hitlers waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso selbstverst\u00e4ndlich haben die Russen die Deutschen gehasst. Schlie\u00dflich wurde ihr Land von der Wehrmacht angegriffen, obwohl es einen Nichtangriffspakt gab, den Hitler und Stalin unterzeichnet hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas beschwert ihr euch\u201c, sagten einige, die ein wenig Deutsch konnten. \u201eWas meint ihr, was eure Soldaten mit unseren Frauen gemacht haben? Ihre Kinder sind schon so gro\u00df.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann zeigten sie mit der Hand eine Stelle oberhalb des Knies.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, Hass ist giftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Unvern\u00fcnftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Destruktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber man kann ihn nicht verbieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das einzige, was gegen Hass hilft, ist, ihn nicht zu verursachen. Dem N\u00e4chsten mit Respekt und Mitgef\u00fchl zu begegnen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu \u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer Wind s\u00e4t wird Sturm ernten\u201c, sagt der Volksmund.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir Deutsche haben Sturm ges\u00e4t und \u2026 nur leider trifft es hinterher oft die Falschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da gab es Kommunisten, die flei\u00dfig Russisch gelernt haben, um die Befreier in ihrer Muttersprache ansprechen zu k\u00f6nnen. Viele von ihnen wurden nach den ersten Worten erschossen, weil man sie f\u00fcr Spione hielt. Vielleicht auch, weil man es als Beschmutzen der russischen Sprache empfand.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Hass hat tiefe Spuren in deutsche Familien gegraben.<\/p>\n\n\n\n<p>Spuren, die auch sp\u00e4tere Generation beeinflusst haben. In meinem Betrieb (eine Forschungseinrichtung der Deutschen Reichsbahn) war es \u00fcblich, dass alle Kollegen Mitglied in der Gesellschaft f\u00fcr Deutsch-Sowjetische Freundschaft waren. Das hatte Einfluss auf die Bewertung des gesamten Arbeitskollektivs. Fast alle f\u00fcgten sich, manchmal gespielt \u00fcbereifrig, manchmal lautlos murrend.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur eine Laborantin weigerte sich standhaft: \u201eIch kann das nicht. Die Russen haben meine Mutter vergewaltigt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das war ein deutlicher Kratzer im sozialistischen Lack und es gab Punktabz\u00fcge bei der Bewertung. Mehr passierte nicht. Trotzdem waren die Mitl\u00e4ufer \u00e4rgerlich weil es f\u00fcr alle ein paar DDR-Mark weniger Jahresendpr\u00e4mie gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sehr zerst\u00f6rerischer Hass schaden kann, k\u00f6nnt ihr an meiner eigenen Familiengeschichte erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Mutter heiratete w\u00e4hrend der Nazizeit einen Studienkollegen, einen sehr begabten Maler. Er war ihr Vorbild, ihr Seelengef\u00e4hrte, ihre gro\u00dfe Liebe. Sie hatten zusammen eine Tochter, meine Halbschwester Eva. Sie brauchten eine Sondergenehmigung, um ihr diesen j\u00fcdischen Namen geben zu k\u00f6nnen. Keine Ahnung, wie sie das gedreht haben. Evas waren sehr selten in diesem Jahrgang.<\/p>\n\n\n\n<p>T\u00f6chter systemtreuer Eltern hie\u00dfen damals Ingetraut, Brunhilde oder Edelgard.<\/p>\n\n\n\n<p>Weder meiner Mutter noch ihrem Mann gelang es nach Abschluss des Meisterstudiums Mitglied im K\u00fcnstlerverband zu werden. Sie arbeiteten als Technische Zeichner \u2026 zuletzt bei den Arado Flugzeugwerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Herbert Emmerlich, der erste Ehemann meiner Mutter, stammte aus einer kinderreichen Arbeiterfamilie. Wahrscheinlich war unzureichende Ern\u00e4hrung ein Grund f\u00fcr seine gesundheitlichen Probleme. Er war nicht kriegsdiensttauglich, was irgendwie trotz allem ein Gl\u00fcck f\u00fcr die beiden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Mama 1942 zum ersten Mal Mutter wurde, musste sie nicht mehr arbeiten gehen. Die kleine Familie wurde nach Schlesien evakuiert wo es eine Siedlung eigens f\u00fcr die Arado-Leute gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama lebte dort mit ihrem Kind und ihr Mann blieb die Woche \u00fcber in der ausger\u00e4umten Brandenburger Wohnung und besuchte seine Familie regelm\u00e4\u00dfig am Wochenende.<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Front n\u00e4her r\u00fcckte musste Mama fliehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie konnte nur einen Koffer mit dem N\u00f6tigsten und ihr Kind mitnehmen. Die Bahn fuhr noch, alles war gut organisiert \u2026 aber vor Dresden blieb der Zug stehen. Die Alliierten hatten die Stadt wenige Stunden zuvor plattgemacht. W\u00e4re sie nur einen Zug eher (den sie eigentlich nehmen wollte) gefahren \u2026 sie w\u00e4re mitten in das Inferno geraten und mich w\u00fcrde es wahrscheinlich nicht geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Manchmal ist es gut, zu verschlafen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama kam mit einiger Versp\u00e4tung in Brandenburg an und traf ihren geliebten Mann wieder. Sie hatten nur ihr Kind und eine beinahe leere Wohnung, denn der Hausrat und die M\u00f6bel waren in Schlesien geblieben. Aber immerhin ging es ihnen besser als vielen anderen. Zun\u00e4chst \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Herbert Emmerlich wollte helfen, die Welt wieder ein wenig bewohnbarer zu machen und meldete sich freiwillig zu S\u00e4ubern der W\u00e4lder von Minen und Blindg\u00e4ngern. Das wurde von den Russen organisiert. Sie stellten auch einen Lastwagen und Werkzeug. Die meisten M\u00e4nner in dem Trupp waren \u00fcbrigens nicht freiwillig dabei sondern auf der Stra\u00dfe weggefangen und f\u00fcr diese gef\u00e4hrliche Arbeit rekrutiert worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollten doch die Krauts ihren Mist selbst wieder wegr\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama hatte jedes mal Angst, wenn ihr Mann zu seiner neuen Arbeit ging und sie hatte recht mit ihren Bef\u00fcrchtungen. Der LKW fuhr auf eine Mine, es gab eine heftige Explosion \u2026 und nur ein Mann \u00fcberlebte schwerverletzt: Herbert Emmerlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie brachten ihn in ein russisches Lazarett.<\/p>\n\n\n\n<p>Er hatte sehr viel Blut verloren, k\u00e4mpfte um sein Leben \u2026 und verlor. Warum? Eine Blutspende h\u00e4tte ihn retten k\u00f6nnen, aber kein Russe war bereit, das f\u00fcr einen verdammen Deutschen zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama hat mir erz\u00e4hlt, dass sie es aus der Ferne sp\u00fcren konnte, wie ihr Mann starb. Sie musste pl\u00f6tzlich weinen und konnte nicht mehr damit aufh\u00f6ren. Nun war sie doch noch Witwe geworden, allein mit einem Kleinkind.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt auf einem Brandenburger Friedhof eine Ehrentafel f\u00fcr die M\u00e4nner, die bei dieser Explosion gestorben sind. Darauf stehen alle Namen. Einer ist falsch geschrieben. Da steht n\u00e4mlich: Herbert Emmerich. Ja, der Name Emmerich ist h\u00e4ufiger, aber ich finde, sie h\u00e4tten sich ein bisschen mehr M\u00fche geben k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meiner Mutter war es egal. Sie meinte, ein Protest w\u00fcrde ihr ihren Mann nicht zur\u00fcckbringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie kam nie \u00fcber diesen Verlust hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Er warf einen schwarzen Schatten auf unser aller Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Partner musste Mama arbeiten gehen um f\u00fcr sich und ihr Kind zu sorgen. Sie fand eine Stelle als Sekret\u00e4rin beim B\u00fcro der KPD des Stadtteils G\u00f6rden. Die kleine Eva blieb tags\u00fcber allein in der leeren Wohnung zur\u00fcck. Eine schlimme Situation f\u00fcr ein 3-j\u00e4hriges Kind. Es hat sie vermutlich nachhaltig gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Parteib\u00fcro lernten sich meine Eltern kennen. Papa war damals Anfang Vierzig, sah gut aus, war Sekret\u00e4r f\u00fcr Organisation, ebenfalls verwitwet und somit rein objektiv eine sehr gute Partie.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen es uns heute nicht mehr vorstellen aber er h\u00e4tte vermutlich fast jede kriegen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es herrschte ein gewaltiger Frauen\u00fcberschuss und um die wenigen ungebundenen und unversehrten M\u00e4nner wurde heftig gek\u00e4mpft.<\/p>\n\n\n\n<p>Papa hat meine Mutter gew\u00e4hlt \u2026 und das hat beiden nicht gut getan.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama war der Meinung, dass man auf einen Toten nicht eifers\u00fcchtig sein k\u00f6nne. Sie sprach viel \u00fcber ihren ersten Mann und erzog uns Kinder dazu, ihn zu lieben und zu verehren. Ihr war nicht bewusst, was sie alles damit kaputtgemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie sehr sie sich doch geirrt hat! Ein toter strahlender Held \u2026 eine tote gro\u00dfe Liebe \u2026 ein toter bedeutender K\u00fcnstler \u2026 gibt es eine schlimmere Konkurrenz?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie soll ein ganz normaler Mann daneben bestehen?<\/p>\n\n\n\n<p>Wie soll er damit klarkommen, dass er daneben so blass aussieht?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Toter kann sich nicht mehr irren, keine Fehler mehr machen, nicht mehr schwach oder feige sein. Er ist allm\u00e4chtig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja. Wir Kinder sind mit dem Gedenken an diesen einzigartigen Mann aufgewachsen und Papa \u2026 er schrumpfte auch in unseren Augen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Vereinigung von KPD und SPD zur SED wurden die Karten neu gemischt. Das Parteib\u00fcro auf dem G\u00f6rden wurde aufgel\u00f6st. Es gab in Brandenburg nur noch eine Kreisleitung, die parit\u00e4tisch aus Genossen beider Parteien gebildet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Papa gab es keinen einflussreichen Platz.<\/p>\n\n\n\n<p>Er arbeitete wieder bei Brennabor und war nichts besonderes mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Das schmerzte doppelt, denn da gab es ja in der Erinnerung seiner Frau diesen ganz einzigartigen Mann gegen den er keine Chance hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Den er sich erfolglos kleinredete.<\/p>\n\n\n\n<p>Papa war ein anst\u00e4ndiger Mann. Er hat seine Frau und uns Kinder niemals geschlagen und er ist auch nicht fremdgegangen. Er hat diese deprimierende Situation irgendwie ausgehalten, den Frust in sich hineingefressen und wurde dabei immer m\u00fcrrischer.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn er von der Arbeit heimkam, hat er oft zielstrebig nach einem Anlass zum Meckern gesucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nein, wir haben uns nicht auf ihn gefreut.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich war er nur in angetrunkenem Zustand nett.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama h\u00f6rte schon bald auf, zu malen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als sie es nach Papas Tod wieder versucht hat, musste sie feststellen, dass ihre Inspiration v\u00f6llig abgestorben war.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie hat dieses letzte \u00d6lbild nie vollendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Was hat das alles mit uns Kindern gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Es war wie schleichendes Gift in einem Kuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach au\u00dfen eine intakte Familie \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Schwester war ein schwieriges Kind. Sie war extrem verschlossen, widerspenstig, eifers\u00fcchtig und z\u00e4nkisch. Sie ignorierte konsequent gute Ratschl\u00e4ge und Verbote.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Situation zwischen uns Schwestern war irgendwie paradox.<\/p>\n\n\n\n<p>Eva dachte, dass ich mehr geliebt w\u00fcrde weil das ja \u201emein richtiger Vater\u201c war \u2026 und ich vermutete, dass Mama ihre \u00e4ltere Tochter mehr lieben w\u00fcrde weil sie ja von diesem Wunderwesen abstammte &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Es macht wenig Sinn, hier irgendwelche Schuld zu verteilen. Wir waren alle hilflos in unseren Rollen gefangen. Es waren schlechte Zeiten und es war damals nicht \u00fcblich, sich psychologische Hilfe zu suchen. Wahrscheinlich gab es die auch gar nicht. Die Nervenklinik auf dem G\u00f6rden war mit Traumatisierten \u00fcberf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Saat des Hasses war pr\u00e4chtig aufgegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr wollt wissen, wie es geendet hat?<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, meine Eltern blieben bis zu Papas Tod zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Mutter bekam danach Arbeit beim Rat der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie fand heraus, dass es gar nicht so schwer war, auf eigenen Beinen zu stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie sagte: \u201eWenn ich gewusst h\u00e4tte, dass das so leicht ist, h\u00e4tte ich nicht so lange das Leben eines Stallkaninchens gef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Schwester entwickelte eine fatale Vorliebe f\u00fcr \u00e4ltere M\u00e4nner.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie war wohl immer noch unbewusst auf der Suche nach einer Vaterfigur.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Sugardaddys meist verheiratet waren geriet sie immer wieder in Konflikte. Sie nahm sich mit 26 Jahren das Leben. Ihre Inszenierung als tragische Liebende war verst\u00f6rend bizarr.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte man sie retten k\u00f6nnen? Vielleicht. Obwohl es schwierig ist, jemandem zu helfen, der sich beharrlich weigert, ehrlich \u00fcber seine Probleme zu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen Tag nachdem die Polizei uns \u00fcber ihren Tod informiert hatte brachte die Post uns einen witzigen Brief von ihr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich bleibe dabei: Es war wie ein absurdes Theaterst\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Mama und ich haben den ganzen Mist irgendwie \u00fcberlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wirklich gut ging es mir nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mobbing meiner Schwester und die lieblose Ehe meiner Eltern hatten mich ziemlich verunsichert. Es gab ein paar junge M\u00e4nner, die sich f\u00fcr mich interessiert haben, aber ich habe jedes mal, bevor es ernst werden konnte, die Flucht ergriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann habe ich mich (vermutlich absichtlich) in einen unerreichbaren Mann verliebt \u2026 und Jahre sp\u00e4ter ein Kind von einem Urlaubsflirt bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war ein Gl\u00fcck f\u00fcr mich und auch f\u00fcr Mama.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie spendierte ihren Kollegen ein Sektfr\u00fchst\u00fcck wegen der Geburt ihrer Enkelin.<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Tochter ist gl\u00fccklich mit einem anst\u00e4ndigen und netten Mann aus K\u00f6ln verheiratet und zufrieden mit ihrem Beruf.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie es scheint, haben wir den Krieg und das Gift des Hasses von 1945 endlich \u00fcberwunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden h\u00e4tten sich ohne den Fall der Mauer niemals kennengelernt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wiedervereinigung war nur m\u00f6glich, weil der damalige Generalsekret\u00e4r der KPdSU, Michail Gorbatschow, sie zugelassen hat. Ein gro\u00dfm\u00fctiger Russe hat uns Deutschen die Verbrechen der Nazis verziehen und uns vertraut.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was hat der Westen daraus gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Denkt nach und entscheidet selbst!<\/p>\n\n\n\n<p>Ich finde: \u201eNie wieder darf von deutschem Boden ein Krieg ausgehen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u00a9 Amanda Landmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reden wir \u00fcber Gef\u00fchle. \u00dcber Hass zum Beispiel. Heute kann \u201eHass und Hetze\u201c ein Straftatbestand sein. Aber wie soll ein Mensch empfinden, dem man seine Freiheit, seine Heimat, seine Identit\u00e4t und seine Liebsten genommen hat? Nat\u00fcrlich f\u00fchlt er hei\u00dfe oder eiskalte Wut, den Wunsch, es dem Feind mit gleicher M\u00fcnze heimzuzahlen. Nat\u00fcrlich wird er mit drastischen Worten und Taten reagieren. Dabei ist es egal, ob ein Verbrecher sein Leben zerst\u00f6rt hat, fremde Soldaten sein Land \u00fcberfallen haben oder ein feiger Gegner Bomben auf Zivilisten regnen l\u00e4sst. Selbstverst\u00e4ndlich haben die Menschen in den Bunkern und Luftschutzkellern die Amerikaner gehasst. Auch jene, die keine Anh\u00e4nger Hitlers waren. Ebenso selbstverst\u00e4ndlich haben die Russen die Deutschen gehasst. Schlie\u00dflich wurde ihr Land von der Wehrmacht angegriffen, obwohl es einen Nichtangriffspakt gab, den Hitler und Stalin unterzeichnet hatten. \u201eWas beschwert ihr euch\u201c, sagten einige, die ein wenig Deutsch konnten. \u201eWas meint ihr, was eure Soldaten mit unseren Frauen gemacht haben? Ihre Kinder sind schon so gro\u00df.\u201c Und dann zeigten sie mit der Hand eine Stelle oberhalb des Knies. Ja, Hass ist giftig. Unvern\u00fcnftig. Destruktiv. Aber man kann ihn nicht verbieten. Das einzige, was gegen Hass hilft, ist, ihn nicht zu verursachen. Dem N\u00e4chsten mit Respekt und Mitgef\u00fchl zu begegnen und Gerechtigkeit gegen jedermann zu \u00fcben. \u201eWer Wind s\u00e4t wird Sturm ernten\u201c, sagt der Volksmund. Wir Deutsche haben Sturm ges\u00e4t und \u2026 nur leider trifft es hinterher oft die Falschen. 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