{"id":3874,"date":"2025-03-18T20:11:00","date_gmt":"2025-03-18T20:11:00","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3874"},"modified":"2025-05-13T20:14:29","modified_gmt":"2025-05-13T20:14:29","slug":"damals-und-heute-unsere-demokratie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3874","title":{"rendered":"DAMALS (und heute): &#8222;Unsere Demokratie&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ort: Brandenburg an der Havel<\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Zeugin: Anneliese Wipperling<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wahlen in der DDR waren merkw\u00fcrdige Folkloreveranstaltungen. Einerseits propagandistisch zu ungeheurer Wichtigkeit aufgeblasen \u2026 andererseits gab es \u00fcberhaupt nichts zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Gew\u00e4hlt wurde n\u00e4mlich eine Einheitsliste der Nationalen Front. Die Namen standen bereits vorher fest. Es ging nur noch um eine m\u00f6glichst hohe Wahlbeteiligung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Nationalen Front geh\u00f6rten SED, NDPD, LDPD, CDU, Bauernpartei, FDGB, DFD und FDJ. Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die angeblich mit der SED befreundeten Parteien nannte man Blockparteien oder auch sp\u00f6ttisch \u201edie Angeblockten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die sogenannten Massenorganisationen waren durchweg von der SED dominiert. Es war alles so geregelt, dass \u00fcberhaupt nichts schiefgehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Opposition, die st\u00f6ren konnte, gab es nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem wurde ein Riesenaufwand getrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberall hingen Fahnen und Plakate mit markigen Losungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wahllokal war festlich geschm\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Junge Pioniere sangen revolution\u00e4re Lieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab Solidarit\u00e4tsbasare mit h\u00fcbschen, mehr oder weniger nutzlosen Basteleien.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfahrene Genossen und junge FDJ-ler klingelten bei s\u00e4umigen B\u00fcrgern an der Wohnungst\u00fcr und forderten sie auf, zur Wahl zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Manche machten sich dann leise murrend auf den Weg, andere verd\u00fcnnisierten sich bis 18.00 Uhr oder stellten sich tot.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu gehbehinderten oder kranken Mitb\u00fcrgern wurde eine fliegende Wahlurne geschickt damit ihre wertvollen Stimmen ja nicht verlorengingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der brave DDR-B\u00fcrger betrat (oft in Begleitung seiner Kinder) feierlich das Wahllokal, zeigte seinen Personalausweis und die Wahlbenachrichtigung vor, empfing seinen Wahlzettel, faltete ihn in aller \u00d6ffentlichkeit feierlich zusammen und steckte ihn in die Wahlurne.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer die einzige Wahlkabine benutzte, war verd\u00e4chtig und wenn man auch noch das Kratzen eines Stifts h\u00f6rte \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Es war eine Farce und ich bin froh, dass es heute anders l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit deutlich weniger Folklore und Fahnenschwenken. Daf\u00fcr mit echten Alternativen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch gibt es sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich neigt jede Regierung (egal welcher Ausrichtung) dazu, ihre Macht zu verfestigen und zu verst\u00e4rken. Das ist menschlich verst\u00e4ndlich (schlie\u00dflich hat man sich an die Macht, den Stuhl und die damit verbundenen Privilegien gew\u00f6hnt).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das ist nicht gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig, regelm\u00e4\u00dfig das Volk zu befragen und bei Bedarf den Kurs zu korrigieren oder f\u00fcr einen Wechsel zu sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mir gef\u00e4llt das Demokratiemodell der Schweiz. Da gibt es zu wichtigen Fragen Volksabstimmungen. Die da oben k\u00f6nnen nicht einfach machen, was sie wollen. Auch eine Begrenzung der Amtszeit finde ich vern\u00fcnftig. Sie verhindert, dass Regierende allzu fest kleben bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch \u201eRegierung\u201c von B. Traven. Da kommt ein Feuertopf unter dem Stuhl eines H\u00e4uptlings ins Spiel. Der Kerl soll sich nicht zu sehr an den Sitz gew\u00f6hnen und muss ihn auch nach einem Jahr wieder r\u00e4umen. Besondere Privilegien (fettes Gehalt und Pension, Fris\u00f6r auf Staatskosten usw.) gibt es nicht. Nur die Brandnarben am Ges\u00e4\u00df zeugen von der gro\u00dfen Ehre, die ihm zuteil wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Und wenn jemand versucht, diese Gesetze zu unterlaufen, macht das Volk mit der Machete kurzen Prozess.<\/p>\n\n\n\n<p>So einfach kann das sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u201ezivilisierten\u201c Deutschland ist so etwas nat\u00fcrlich nicht m\u00f6glich. Da haben sich die etablierten Parteien perfekt eingebunkert und scheuen auch nicht vor W\u00e4hlert\u00e4uschung zur\u00fcck. Im schlimmsten Fall verlieren Wahlen (wie in der DDR) ihren Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind wieder fast so weit.<\/p>\n\n\n\n<p>Schade! Ich hatte dieses wohlhabende und friedliche geeinte Deutschland liebgewonnen und mich an demokratische Mitbestimmung und individuelle Freiheit gew\u00f6hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch an ganz neue Chancen f\u00fcr uns Autoren.<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand verlangte (wie zu DDR-Zeiten) von ihnen, dass sie dauernd schwanzwedelnd M\u00e4nnchen machen. B\u00fccher mit frechen Kohl-Witzen lagen in jeder Buchhandlung herum. Es war einfach nur geil.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt?<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nicht spurt, wird gacancelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe, verdammt nochmal, keine Lust, wieder die Klappe zu halten und alle vier Jahre eine \u201eNationale Front\u201c zu best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Einen nutzlosen Zettel zu falten und in eine Wahlurne zu stecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte auch nicht, dass jemand mich heraus klingelt und zum Urnengang mahnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch nicht, dass Aktivisten durch die Stra\u00dfen patrouillieren und nachschauen, ob ich die richtige Fahne herausgeh\u00e4ngt habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute w\u00e4re das wohl die Regenbogenflagge denn Schwarz-Rot-Gold ist ja verp\u00f6nt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist ja angeblich so r\u00e4\u00e4\u00e4chts.<\/p>\n\n\n\n<p>Fuck!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben nicht gut auf unsere Demokratie aufgepasst und jemand hat sie uns langsam und heimlich unter unserem Allerwertesten weggezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder weggefressen wie Motten einen Pullover aus guter Wolle zerst\u00f6ren. Du willst ihn anziehen und \u00fcberall sind L\u00f6cher und Laufmaschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Merkw\u00fcrdigerweise st\u00f6rt sich kaum jemand an dem Desaster. Die Leute sitzen mit ihren ausgefransten Klamotten gem\u00fctlich vor ihren Fernsehern und glauben, dass alles gut ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts ist gut!<\/p>\n\n\n\n<p>Statt um Frieden, Freiheit und Demokratie zu k\u00e4mpfen, fahren sich die Menschen gegenseitig wegen irgendwelchem Bullshit an die Gurgel.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Gesellschaft war schon lange nicht mehr so tief gespalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Freunde regen sich \u00fcber das Ergebnis der Wahlen in Deutschland und den USA auf: \u201eWie k\u00f6nnen diese Dummk\u00f6pfe nur AfD und diesen unm\u00f6glichen Trump w\u00e4hlen! Da lauert doch der Faschismus schon hinter der n\u00e4chsten Ecke! Die werden all das Gute und Fortschrittliche wieder zur\u00fcckdrehen! Die Welt wird verbrennen \u2026 in einem Krieg oder durch den Klimawandel! Die apokalyptischen Reiter werden \u00fcber unsere arme Erde galoppieren \u2026\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es ersch\u00fcttert sie, dass eine Mehrheit mit den linken Segnungen der neuen Empfindsamkeit und der Transformation der Gesellschaft nicht einverstanden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Man hat zu lange nicht auf diese Menschen geh\u00f6rt und ihre Bedenken nach Gutsherrenart beiseite gewischt. Schlimmer noch, man hat versucht, die Unzufriedenen einzusch\u00fcchtern und mit allerlei faulen Tricks zu manipulieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt wundert man sich \u00fcber das Ergebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Und es macht Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei ist eigentlich alles ganz einfach.<\/p>\n\n\n\n<p>Was will der Normalb\u00fcrger? Also nicht der abgehobene vegane Intellektuelle sondern der ganz normale Arbeitnehmer, der jeden Tag fr\u00fch aufsteht und zur Arbeit geht?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Eine bezahlbare, warme Wohnung<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Gute Arbeit, die sich auch lohnt<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Volle Regale im Supermarkt<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Bezahlbare Preise<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Sichere Energieversorgung<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Eine nette Familie<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Gute Bedingungen f\u00fcr Kinder<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Schutz der eigenen Kultur und Identit\u00e4t<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Sicherheit im \u00f6ffentlichen Raum<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Gerechtigkeit<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Spa\u00df und Sinn im Leben<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Frieden! Frieden! Frieden!<\/p>\n\n\n\n<p>Wer das nicht bieten will oder kann, wer diese schlichten Grundbed\u00fcrfnisse verachtet und ignoriert, wird irgendwann abgew\u00e4hlt. Zumindest ist das in einer echten Demokratie so.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nicht abgew\u00e4hlt werden will muss vern\u00fcnftige Politik f\u00fcr die Mehrheit machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die etablierten Parteien sich vom Volk abwenden sucht es nach Alternativen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe L\u00fcmmel ist eben doch nicht so dumm, wie unsere Eliten denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Naturwissenschaftlerin wei\u00df ich zu wenig, um einen Ausweg aus der total verfahrenen Situation Deutschlands anbieten zu k\u00f6nnen. Das \u00fcberlasse ich lieber den HiWis.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chemie beantwortet solche Fragen nur sehr allgemein: Es geht bei jeder Reaktion um Gleichgewichte. Das hei\u00dft, es finden Hin- und R\u00fcckreaktionen gleichzeitig statt. Synthese und Zerfall. Man kann diese Gleichgewichte durch Druck, Temperatur oder Katalysatoren verschieben \u2026 aber man kann sie nicht ganz beseitigen. Das w\u00e4re gegen die Natur.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Gesellschaft angewendet bedeutet das: Wer es in einer Richtung \u00fcbertreibt (z.B. mit Wokeness und Gendersternchen) bekommt eine Gegenbewegung in die andere Richtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist keine Katastrophe sondern ganz normal.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider tr\u00e4umen alle Ideologen der Welt davon, diesen Mechanismus auszuhebeln und im Extremfall die Gegenseite zu vernichten. Es geht ihnen um die perfekt konstruierte, makellose Umsetzung ihrer Schnapsideen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ideologen sind fanatisch, gnadenlos und auf eine sehr spezielle Weise dumm. Das macht sie gef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Momentan spielen sie sich als Gralsh\u00fcter der Demokratie auf und wissen m\u00f6glicherweise gar nicht, was das ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt meldet sich die Poetin zu Wort:<\/p>\n\n\n\n<p>Stellt euch die Demokratie als einen Vogel vor. Einen Spatz, eine M\u00f6we, eine Kr\u00e4he oder einen Adler. Da gibt es von klein und niedlich bis gro\u00df und gef\u00e4hrlich viele M\u00f6glichkeiten. Was braucht so ein Wesen der L\u00fcfte?<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Einen starken K\u00f6rper<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Kr\u00e4ftige F\u00fc\u00dfe und Krallen zum Festhalten auf dem Boden\/im Ge\u00e4st<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ein gesundes Herz in der Brust<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Einen wachen Verstand<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Scharfe Sinne<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Einen harten Schnabel<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Eine gesunde Verdauung<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist die Mitte der Gesellschaft, die mit Kopf, Herz und Bodenhaftung f\u00fcr Stabilit\u00e4t sorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber um weit und hoch zu fliegen, sich weiter zu entwickeln und in ferne L\u00e4nder zu reisen braucht ein Vogel mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz recht, er braucht seine Fl\u00fcgel. Und zwar beide.<\/p>\n\n\n\n<p>Die sollten im Idealfall ungef\u00e4hr gleich gro\u00df sein, gleich weit hinausgreifen in den Raum.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer einen davon amputieren will, verdammt den Vogel zu einer gef\u00e4hrlichen Existenz am Boden oder einer kl\u00e4glichen im K\u00e4fig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, die Spannweite darf gro\u00df und die Schwungfedern k\u00f6nnen ruhig lang sein. Solange eine gut funktionierende Mitte vorhanden ist und niemand versucht, die Gegenseite zu vernichten, ist alles gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Solange kann der sch\u00f6ne Vogel Demokratie im Einklang mit der menschlichen Natur fliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also f\u00fcrchtet euch nicht vor den W\u00e4hlern.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch nicht vor rechts oder links.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcrchtet euch lieber vor den J\u00fcngern der reinen Lehre, die den Fl\u00fcgel auf der anderen Seite abtrennen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcrchtet Metzger und Chirurgen!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcrchtet euch vor dem K\u00e4fig!<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a9 Amanda Landmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ort: Brandenburg an der Havel Zeugin: Anneliese Wipperling Wahlen in der DDR waren merkw\u00fcrdige Folkloreveranstaltungen. Einerseits propagandistisch zu ungeheurer Wichtigkeit aufgeblasen \u2026 andererseits gab es \u00fcberhaupt nichts zu entscheiden. Gew\u00e4hlt wurde n\u00e4mlich eine Einheitsliste der Nationalen Front. Die Namen standen bereits vorher fest. Es ging nur noch um eine m\u00f6glichst hohe Wahlbeteiligung. Zur Nationalen Front geh\u00f6rten SED, NDPD, LDPD, CDU, Bauernpartei, FDGB, DFD und FDJ. Ich hoffe, ich habe niemanden vergessen. Die angeblich mit der SED befreundeten Parteien nannte man Blockparteien oder auch sp\u00f6ttisch \u201edie Angeblockten\u201c. Die sogenannten Massenorganisationen waren durchweg von der SED dominiert. Es war alles so geregelt, dass \u00fcberhaupt nichts schiefgehen konnte. Eine Opposition, die st\u00f6ren konnte, gab es nicht. Trotzdem wurde ein Riesenaufwand getrieben. \u00dcberall hingen Fahnen und Plakate mit markigen Losungen. Das Wahllokal war festlich geschm\u00fcckt. Junge Pioniere sangen revolution\u00e4re Lieder. Es gab Solidarit\u00e4tsbasare mit h\u00fcbschen, mehr oder weniger nutzlosen Basteleien. Erfahrene Genossen und junge FDJ-ler klingelten bei s\u00e4umigen B\u00fcrgern an der Wohnungst\u00fcr und forderten sie auf, zur Wahl zu gehen. Manche machten sich dann leise murrend auf den Weg, andere verd\u00fcnnisierten sich bis 18.00 Uhr oder stellten sich tot. Zu gehbehinderten oder kranken Mitb\u00fcrgern wurde eine fliegende Wahlurne geschickt damit ihre wertvollen Stimmen ja nicht verlorengingen. Der brave DDR-B\u00fcrger betrat (oft in Begleitung seiner Kinder) feierlich das Wahllokal, zeigte seinen Personalausweis und die Wahlbenachrichtigung vor, empfing seinen Wahlzettel, faltete ihn in aller \u00d6ffentlichkeit feierlich zusammen und steckte ihn in die Wahlurne. 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