{"id":3515,"date":"2017-11-15T19:45:04","date_gmt":"2017-11-15T19:45:04","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3515"},"modified":"2026-01-29T16:34:26","modified_gmt":"2026-01-29T16:34:26","slug":"arrak-rinar-von-talur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3515","title":{"rendered":"Arrak Rinar von Talur"},"content":{"rendered":"<p>Die Taluri sind Humanoide, deren Gef\u00fchle durch Farbwechsel der Haut sichtbar werden. Sie verh\u00fcllen und maskieren sich, damit man sie nicht lesen kann. Nur die K\u00f6nige der alten Zeit traten nackt vor ihr Volk, um ihre guten Absichten zu beweisen. Arrak Rinar ist ein schwuler Musikstudent, der von dem faschistoiden Regime auf Talur inhaftiert und als Versuchsobjekt an eine fremde Macht verkauft wurde. Nach einer beinahe t\u00f6dlichen Infektion mit synthetischen Viren wurde er auf Heyla als Soldat verkleidet und zusammen mit anderen Dissidenten als Minensucher eingesetzt. Die Ah\u00b4Maral retteten diese Unschuldigen und Arrak Rinar wurde der Mann an der Seite ihres Anf\u00fchrers Madras aus dem Hause Kinsai.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Gesichter <\/strong><\/p>\n<p><em>Zeit: in 280 Jahren<\/em><\/p>\n<p>Madras! Als ich ihm zum ersten Mal ins Gesicht sah, hat es mich schlicht \u00fcberw\u00e4ltigt. Wir Taluri verehren die reine Sch\u00f6nheit und dieser tiefschwarze Heylaner. Er verk\u00f6rperte alles, was ich mir in dieser Hinsicht vorstellen konnte: Harmonie, Ausstrahlung, Sex-Appeal.<br \/>\nDabei war es das Gesicht des Kriegers, das ich zuerst zu sehen bekam. Ein ersch\u00f6pftes, schmutziges, hartes Gesicht in dem zwei gr\u00fcne Augen zornig loderten.<br \/>\nMein Herz fing an, wild zu pochen, zu stolpern<br \/>\nIch dachte: \u201eDer bringt mich gleich um. Was f\u00fcr ein unglaublich sch\u00f6ner Tod!\u201c<br \/>\nAber da wurden die gr\u00fcnen Augen sanfter, verwandelten sich in klare Bergseen. Seine verh\u00e4rteten Gesichtsmuskeln entspannten sich. Seine harten H\u00e4nde fassten mich ganz behutsam an und trugen mich wie ein Vogelkind tiefer in die dunklen H\u00f6hlen des Hauses Raban.<br \/>\nDer private Madras ist ein sensibler und freundlicher Mann. Wie ein Sonnenstein kann er W\u00e4rme, Geborgenheit und Ruhe schenken. In diesem Zustand ist er gro\u00dfm\u00fctig und sehr z\u00e4rtlich. Ich genie\u00dfe seine N\u00e4he und muss nur aufpassen, dass ich ihn nicht zu offen anhimmele. Er mag es nicht, wenn man ihn auf sein Aussehen reduziert.<br \/>\nDer offizielle Madras wirkt oft ein bisschen unterk\u00fchlt. Er ist immer noch wundersch\u00f6n, aber es ist eine Sch\u00f6nheit hinter Glas oder d\u00fcnnem Eis.<br \/>\n\u201eR\u00fchr mich nicht an oder ich t\u00f6te dich.\u201c<br \/>\nIch wei\u00df inzwischen, dass er genau das schon einmal getan hat. Damals war er l\u00e4ngst noch nicht so prominent wie jetzt. Ein paar wei\u00dfe Rassisten fingen ihn und &#8230; nat\u00fcrlich hat er ihnen Bakh\u00b4Hatsu geschworen, Rache schlimmer als der Tod. Ein Krieger ist kein Spielzeug f\u00fcr Sadisten.<br \/>\nDer Politiker Madras ist trotz seiner zur\u00fcckhaltenden Art ein unkonventioneller Kerl und manchmal ziemlich unberechenbar. Er tr\u00e4gt keine Anz\u00fcge, sondern Jeans von der Erde und dazu romantische Seidenhemden mit weiten \u00c4rmeln. Nat\u00fcrlich halb aufgekn\u00f6pft, damit jeder sein indianisches Donnervogelamulett und ein St\u00fcck seiner Heldenbrust sehen kann. Obwohl er dauernd rote Linien gegen seine Bewunderer zieht, wei\u00df er ganz genau, was ihm steht.<br \/>\nWas mich besonders r\u00fchrt ist, dass sich der Heylaner vehement f\u00fcr Frieden und eine gerechte Ordnung auf Talur einsetzt. Er hat es geschafft, mit Dalmo von Ayala einen waschechten Ah\u00b4Maral aus Kah\u00b4Kuros Bruderschaft auf den Thron von Talur zu setzen. Nein, ein Eroberer ist mein Liebster deswegen nicht. Die Ah\u00b4Maral haben sich immer nur verteidigt.<br \/>\nEr hat Talur meinetwegen unter seine Kontrolle gebracht. Weil er durch mich und Ingal mein Volk n\u00e4her kennen gelernt hat und nicht will, dass sensible Taluri wie wir weiter unter der Milit\u00e4rherrschaft leiden. Im warmen Nest der Liga geborgen, kann uns nichts mehr passieren.<br \/>\nMadras hat ein Vaterherz &#8230; auch wenn er als Krieger auf N\u00e4he zu seinen Kindern verzichten muss. Manchmal denke ich, dass ich f\u00fcr ihn auch so eine Art Sohn bin. Er achtet darauf, dass ich mein Musikstudium nicht vernachl\u00e4ssige und h\u00f6rt sich geduldig meine unfertigen Kompositionen an. Er m\u00f6chte stolz auf mich sein. Und er m\u00f6chte vor allem nicht, dass ich ihm diene.<br \/>\n\u201eEin wahrer Krieger braucht niemanden, der ihm seine M\u00e4ntel w\u00e4scht und seinen Hintern abputzt\u201c, sagt er oft.<br \/>\nUnd: \u201eMach dich nicht selber klein, Arrak.\u201c<br \/>\nMadras der Krieger und Madras der Feldherr gehen nahtlos ineinander \u00fcber. Es mag sein, dass das Gesicht des Feldherren ein bisschen sauberer und w\u00fcrdevoller ist, aber das sind nur graduelle Unterschiede.<br \/>\nEs gibt ein Gesicht von Madras, an das ich nur sehr ungern denke: Madras bei der so genannten Drecksarbeit.<br \/>\nEin Anf\u00fchrer der Ah\u00b4Maral ist kein Sklaventreiber. Er kann zwar Aufgaben delegieren, aber seine Waffenbr\u00fcder achten penibel darauf, dass es dabei gerecht zugeht. Jemand, der alle unangenehmen Arbeiten auf andere abschiebt, wird nicht geliebt &#8211; und damit wird die Bruderschaft instabil, denn Liebe ist der Kitt, der sie zusammenh\u00e4lt.<br \/>\nAls wir w\u00e4hrend des Krieges in den H\u00f6hlen des Hauses Raban festsa\u00dfen, konnten wir keine Gefangenen unterbringen und ern\u00e4hren. Es waren haupts\u00e4chlich die Anf\u00fchrer, die diese armen Kreaturen nach ihrer Befragung get\u00f6tet haben.<br \/>\nAuch Madras.<br \/>\nIch werde nie vergessen, wie sein Gesicht dabei aussah: v\u00f6llig ausdruckslos, grau, die fest zusammengepressten Lippen ein blasser Strich, die Augen gr\u00fcn phosphoreszierend.<br \/>\nEin Waffenbruder sprach einmal vom tiefen Umahaij und dass es nur ganz wenigen Heylanern erlaubt w\u00e4re, sich in diesen Zustand zu begeben, weil man sich allzu leicht darin f\u00fcr immer verlieren k\u00f6nne. Madras hat so ein Zertifikat Ich habe es in seiner B\u00fcrotruhe gefunden.<br \/>\nObwohl ich das grausigste Gesicht des Heylaners kenne, kann ich &#8230; nein, es h\u00e4lt es mich nichts davon ab, ihn weiter mit dem Mut der Verzweiflung und von ganzem Umah zu lieben.<br \/>\nAuch ma\u00dfloser Schrecken kann wundersch\u00f6n aussehen.<br \/>\nVielleicht sind die Z\u00e4rtlichkeiten eines Mannes umso s\u00fc\u00dfer, je gef\u00e4hrlicher er ist.<br \/>\nVielleicht bin ich ein bisschen pervers.<br \/>\nVielleicht kann das auch nur ein Taluri verstehen.<\/p>\n<p>(C) Anneliese Wipperling, 2017<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><strong>Vor der letzten Schlacht<\/strong><\/p>\n<p>Der falsche Gott<br \/>\nhat meine Kinder verschlungen<br \/>\nund ich schneide sie<br \/>\nmit dem Dolch meiner V\u00e4ter<br \/>\naus seinem Leib.<br \/>\nMeinetwegen<br \/>\nsoll er bluten und sterben &#8230;<\/p>\n<p>Unsere Eltern verschwanden<br \/>\nin den M\u00e4gen der Djindjii.<br \/>\nSie sind jetzt<br \/>\ndie Kraft ihrer Krallen<br \/>\nund Schn\u00e4bel,<br \/>\nder Schmutz<br \/>\nin ihren Nestern &#8230;<\/p>\n<p>Die unbesiegbaren Ah\u00b4Maral<br \/>\nwerden die falschen Lichter<br \/>\nausl\u00f6schen und im Dunkeln<br \/>\ndie grausamen Diener<br \/>\ndes unendlich B\u00f6sen<br \/>\nzu Paaren treiben.<br \/>\nKeiner darf fliehen!<\/p>\n<p>Madras wird heimkehren<br \/>\nzu den Zelten von Kinsai<br \/>\nund die Nacht wird erstrahlen<br \/>\nin seinem Licht!<br \/>\nTalur wird in den Armen<br \/>\nHeylas vergehen,<br \/>\nwie der Nachtwind im Sand &#8230;<\/p>\n<p>Madras wird heimkehren<br \/>\nund sein talurischer Liebster<br \/>\nwird in den Armen des Kriegers<br \/>\nvergehen, wie der Nachtwind im Sand &#8230;<\/p>\n<p>(C) Anneliese Wipperling, 2004<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><strong>Madras<\/strong><\/p>\n<p>Wo ist die Eingang zu deinem Reich?<br \/>\nSanft streichle ich eine blauschwarze Wiese,<br \/>\neine hohe glatte Stirn,<br \/>\nk\u00fchn geschwungene Brauen.<\/p>\n<p>Du l\u00e4sst mich gew\u00e4hren,<br \/>\nHast die k\u00fchlen Smaragdaugen geschlossen.<br \/>\nAber du schl\u00e4fst nicht.<br \/>\nDa lauert ein kleines L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Ich darf weiter wandern,<br \/>\n\u00fcber feste Muskeln unter schwarzer Samthaut.<br \/>\nDurch dichte krause W\u00e4ldchen<br \/>\nzu den heiligsten Pforten.<\/p>\n<p>Zu dem grellen Lodern dahinter.<br \/>\nIch darf die schweren T\u00fcren aus Kupfer auftun<br \/>\nund deine ganze Wildheit entfesseln.<br \/>\nHand in Hand mit dir fliegen.<br \/>\nHoch zu den Sternen aufsteigen,<br \/>\nin Schluchten voll Dornengestr\u00fcpp fallen.<br \/>\nTanzen im wei\u00dfen Raum<br \/>\nbis der kleine Tod uns findet.<\/p>\n<p>(C) Anneliese Wipperling, 2017<br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><strong>Sommernachtstraum<\/strong><\/p>\n<p><em>Zeit: in ca. 2000 Jahren<\/em><\/p>\n<p>Das Leben ist ein endlos langer Sommer. Nein, ich meine nicht die t\u00e4gliche Hitze der W\u00fcsten und auch nicht die immergr\u00fcnen St\u00e4dte Heylas. Ich meine dieses endlos lange Verweilen auf dem Zenit meiner Existenz. Ich bin erwachsen, wieder halbwegs gesund, im Vollbesitz meiner geistigen Kr\u00e4fte, kreativ und erfolgreich. Ich werde respektiert und geliebt &#8230; von dem wichtigsten und aufregendsten Mann Heylas.<br \/>\nEs sind Jahrhunderte vergangen, seit Madras mich mitten im Krieg gegen die Feuerh\u00e4nder in seine Kammer getragen und zu seinem liebsten Bindungspartner gemacht hat. Er hat mir zuliebe die Gesetze der Ah\u00b4Maral gr\u00fcndlich verbogen. Er wusste, dass ich nur ein friedlicher kleiner Musiker bin und dass aus mir niemals ein richtiger Krieger werden w\u00fcrde. Ich will und kann niemanden t\u00f6ten. Madras dachte vermutlich, dass er mich schon bald \u00fcberleben und sich rechtzeitig um einen w\u00fcrdigen und kompetenten Nachfolger f\u00fcr die Leitung seiner Bruderschaft w\u00fcrde k\u00fcmmern k\u00f6nnen. Aber dann \u00fcberw\u00e4ltigte uns beide der endlose Sommer.<br \/>\nEin g\u00f6ttergleiches Verweilen im Zenit!<br \/>\nEin schlichter G\u00e4rtner schenkte uns einen Hauch von Unsterblichkeit: unser Waffenbruder Gattor. Er kann Gew\u00e4chse von vielen Welten erbl\u00fchen lassen. Alles, was er mit Liebe ber\u00fchrt, w\u00e4chst und gedeiht.<br \/>\nGattor verehrt seinen Anf\u00fchrer Madras, teilt sein Zelt mit seiner bevorzugten Waffenschwester Morrigan O\u00b4Connor und mag seltsamerweise auch eine rote Katze von der Erde und mich.<br \/>\nIch genie\u00dfe den Sex mit ihm.<br \/>\nDer wunderliche alte Krieger tr\u00e4gt ein riesiges Meer in sich, in dem bunte Fische spielen und in dessen Tiefe riese Kraken herumwabern. Dar\u00fcber w\u00f6lbt sich ein weiter Himmel. Gro\u00dfe schneewei\u00dfe Sturmv\u00f6gel kreischen. Nachts glitzern an dem fremden Himmel unz\u00e4hlige Sterne.<br \/>\nWer von einer so kaputten Welt wie Talur kommt, wei\u00df Gattors Gaben zu sch\u00e4tzen. Ich liebe es, mitten im Meer zu schwimmen und klares Wasser zu atmen, w\u00e4hrend der Speer des G\u00e4rtners seine qu\u00e4lend langsamen feierlichen T\u00e4nze zelebriert.<br \/>\nGattor ist ein Narguhl, ein Mann, der w\u00e4hrend der Vereinigung alles Kranke und B\u00f6se aufsaugen und vernichten kann und sich beim Liebesspiel selbst heilt. Er kann seine Macht weder erkl\u00e4ren noch steuern. Niemand kann das.<br \/>\nMadras, Morrigan und ich k\u00f6nnen seine Gaben nur dankbar und respektvoll empfangen &#8230; und die freche Mieze h\u00e4lt ihre Privilegien f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich.<br \/>\nWahrscheinlich altern sie auch unsere \u00fcbrigen Waffenbr\u00fcder ein bisschen langsamer aber ein ewiger Sommer f\u00fcr alle \u00fcberfordert den Narguhl. Auch das kann er nicht beeinflussen.<br \/>\nGattor wird altern, sobald er aufh\u00f6rt, zu lieben. Ist das nicht unser aller Schicksal?<br \/>\nHeyla ist eine mehrfach verwundete Welt. Jemand hat vor Jahrmillionen ihre Biosph\u00e4re vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, sie umgeformt und neu besiedelt. Nur die Ma\u00b4Rinnu haben in den Tiefen des Sandozeans \u00fcberlebt &#8230; geheimnisvolle Siliziumwesen, die Quarz essen und keinen Sauerstoff brauchen. Die Turuska, kommunizieren seit alters her mit ihnen. Sind sie deshalb so gute Telepathen, Wahrtr\u00e4umer, Traumwanderer und Narguhls?<br \/>\nUnd was ist mit Madras?<br \/>\nDer Krieger schl\u00e4ft. Unsere gemeinsame n\u00e4chtliche Reise durch ein wildes Gebirge aus schwarzen Wolken hat ihn v\u00f6llig ersch\u00f6pft. Wir mussten gegen Blitze, eisigen Hagel und einen brutalen Sturm ank\u00e4mpfen. Fliegende Echsen mit riesigen M\u00e4ulern schnappten nach uns. Wir lie\u00dfen uns rechtzeitig in die Tiefe fallen &#8230; retteten uns in einen wei\u00dfen abstrakten Raum. Aber die Dunkelheit fand uns auch da und verschlang uns.<br \/>\nIch habe nagenden Hunger. Madras hat auch Hunger, er wei\u00df es nur noch nicht. Ich bestreiche ein St\u00fcck Fladenbrot mit scharf gew\u00fcrzter Eiwei\u00dfpaste von der Erde und bei\u00dfe ein gro\u00dfes St\u00fcck ab. Den Rest halte ich meinem Liebsten unter die Nase. Der schnuppert, schl\u00e4gt die sch\u00f6nen gr\u00fcnen Augen auf und kaut wenig sp\u00e4ter gierig. Ich kraule fl\u00fcchtig das Fellchen auf seiner Brust und widme mich dann hingebungsvoll dem lockigen Wald um seinen erschlafften gr\u00fcnen Speer.<br \/>\nEr reagiert nicht auf meine Ber\u00fchrung.<br \/>\n\u201eEntschuldige\u201c, erkl\u00e4rt mein Liebster leise. \u201eAber ich mag nicht schon wieder in diese Dunkelheit aufsteigen.\u201c<br \/>\nSeine Visionen sind neuerdings oft sehr d\u00fcster.<br \/>\nIch hoffe, da steckt nichts weiter dahinter.<br \/>\n\u201eDas hoffe ich auch\u201c, kommentiert Madras meine Gedanken.<br \/>\nWenig sp\u00e4ter sehen wir uns gemeinsam die Nachrichten an. Die Welt ist aus den Fugen geraten. In den schmalen Augen der jungen Sprecherin flackert es panisch.<br \/>\n\u201eWieder einmal ist Unerkl\u00e4rliches geschehen. Nakkars Sonne hat die ersten beiden Planeten ihres Systems verschlungen. Es geschah ohne Vorwarnung und innerhalb nur weniger Timas. Niemand hat \u00fcberlebt. Der neue Riesenstern strahlt blauviolett wie die Bl\u00fcten des Mombastrauchs. Die Dimensionatoren des Einen haben versagt&#8230;\u201c<br \/>\n\u201eDer Eine, der alles sieht, ist wahrscheinlich gestorben\u201c, sagt Madras tonlos. \u201eUnser Universum entartet.\u201c<br \/>\nUnser endlos langer Sommer ist vorbei. Wir schmiegen uns fr\u00f6stelnd aneinander. Alles Leben wird zugrunde gehen.<br \/>\n\u201eJa. Wir m\u00fcssen wieder mal die Welt retten\u201c, best\u00e4tigt Madras.<br \/>\nJetzt grinst er sogar ein bisschen. Galgenhumor ist die letzte W\u00fcrde des Kriegers.<br \/>\n\u201eIch bin dabei\u201c, antworte ich fr\u00f6hlich. \u201eWomit fangen wir an?\u201c<\/p>\n<p>(C) Anneliese Wipperling, 2017<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Taluri sind Humanoide, deren Gef\u00fchle durch Farbwechsel der Haut sichtbar werden. Sie verh\u00fcllen und maskieren sich, damit man sie nicht lesen kann. 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