{"id":3378,"date":"2016-09-22T18:40:43","date_gmt":"2016-09-22T18:40:43","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3378"},"modified":"2025-05-13T18:32:06","modified_gmt":"2025-05-13T18:32:06","slug":"im-licht-von-orion-2015-collection-of-science-fiction-stories","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=3378","title":{"rendered":"Im Licht von Orion: 2015 Collection of Science Fiction Stories"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" style=\"margin: 10px;\" alt=\"\" src=\"https:\/\/images-na.ssl-images-amazon.com\/images\/I\/51YNFJvgVxL._SX310_BO1,204,203,200_.jpg\" width=\"203\" height=\"324\">von Peggy Weber (Herausgeber)<br \/>\nMit Kurzgeschichten von<br \/>\nSven Svenson \/ Gerd Frey \/ Peggy Weber-Gehrke \/ F. Anderson \/ Jacqueline Montemurri \/ Matthias Falke \/ Cliff Allister \/ Regine Bott \/ Galax Acheronian \/ Oliver Koch \/ B.C. Bolt \/ Michael Stappert \/ Adriana Wipperling \/ Frank Lauenroth \/ Lara M\u00f6ller \/ Michael Thiele \/ Christopher Dr\u00f6ge \/ Rico Gehrke<\/p>\n<p>Bew\u00e4hrungsproben auf fernen Planeten, Au\u00dferirdische in geheimnisvollen Missionen auf der Erde, unsichtbare k\u00fcnstliche Intelligenzen, seltsame Visionen, gef\u00e4hrliche Parallelwelten, Reisen durch die Zeit und vieles mehr \u2013 das sind die Themen dieser spannenden Anthologie. Sie enth\u00e4lt 22 neue Erz\u00e4hlungen von 18 bekannten und renommierten Autoren. Tief in den Raum, zur\u00fcck in die Vergangenheit oder weit in die Zukunft entf\u00fchren die Erz\u00e4hler ihre Leser. Die Anthologie versteht sich als ein breit gef\u00e4chertes Beispiel von Science Fiction-Stories, die im Jahr 2015 in Deutschland geschrieben wurden.<\/p>\n<p><a title=\"Im Licht von Orion: 2015 Collection of Science Fiction Stories\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Im-Licht-von-Orion-Collection\/dp\/3981692985\/ref=sr_tnr_p_1_8421161031_1_twi_pap_2?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1474568796&amp;sr=1-1&amp;keywords=im+licht+von+orion\">Link zur Kindle Edition<\/a><\/p>\n<p>Die Kindle-Edition ist f\u00fcr nur 3,99 \u20ac bei Amazon zu haben.<br \/>\nDas gedruckte Bucht ist mit 17,90 leider &#8222;etwas&#8220; teurer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und noch einene kleine Leseprobe aus Adrianas Geschichte &#8222;Hinter dem Schleier&#8220;:<\/p>\n<p>In meiner alten Wohnung aufzuwachen ist, als w\u00e4re ich aus der Zeit gefallen.<br \/>\nSp\u00e4rliches Sonnenlicht dringt durch die Ritzen der Jalousie, zeichnet ein hellgraues Streifenmuster auf meine Bettdecke.<br \/>\nIch drehe mich um und sehe, wie Molly neben mir liegt und schnurrt. Als ich mich bewege, macht sie einen Katzenbuckel, schaut mich fordernd an und stolziert dann mit einem entschlossenen \u201eMrrrau\u201c Richtung K\u00fcche.<br \/>\n\u201eJa ja, Molly, du Fresssack!\u201c Ich tapse hinter ihr her, sch\u00fctte den Inhalt eines Katzenfutter-Beutelchens in den Napf, dusche, putze meine Z\u00e4hne, b\u00fcrste meine Haare und blicke in ein Spiegelbild mit gro\u00dfen, besorgten Augen.<br \/>\nSo wie jeden Morgen seit dem Anfang vom Ende der Welt.<br \/>\nHeute ist Tag drei. Seit gestern funktioniert das Internet nicht mehr, mein Handy ist tot, aus dem Radio kommt nur noch diffuses Rauschen und im Fernsehen rieselt leise der Schnee, obwohl drau\u00dfen der Flieder bl\u00fcht. Die verdammten Invasoren haben den Funk gest\u00f6rt, vermute ich.<br \/>\nMein letzter Draht zur Au\u00dfenwelt ist ein altmodisches, schnurgebundenes, abh\u00f6rsicheres Festnetztelefon. So ein Ding ist in der heutigen Zeit schwer zu bekommen und der einzige Grund, warum ich mir die M\u00fche gemacht habe, sind die W\u00e4chter der Erde, die seit etwa f\u00fcnf Jahren versuchen, mein Telefon anzuzapfen.<br \/>\nJetzt bin ich dankbar daf\u00fcr. Aber das Telefon bleibt stumm.<br \/>\nMeine Kontaktleute von der Regierung haben mir versprochen, sofort anzurufen, wenn sie Nachricht von Mama und Annabelle bekommen. Meine Mutter hat die Kleine nach Heyla mitgenommen, seit der Geheimdienst erfahren hat, dass eine Flotte der Imperier Richtung Erde vorr\u00fcckt. Ich habe meine Mutter selbst gebeten, auf mein Kind aufzupassen, aber nun bereue ich es.<br \/>\nWenn ich wenigstens ein Lebenszeichen bekommen w\u00fcrde!<br \/>\nIoannis, mein toter Geliebter, strahlt mich von einem Foto auf der Kommode an und mir schie\u00dfen die Tr\u00e4nen in die Augen. Gott, wie ich ihn vermisse! Ein halbes Jahr ist es nun her, seit er im Kampf gegen die Imperier gefallen ist, aber ich f\u00fcrchte, ich werde nie \u00fcber seinen Tod hinweg kommen.<br \/>\nNun sehe ich die winzigen Schuhe von Annabelle, unserer gemeinsamen Tochter, im Flur stehen und es ist vorbei mit meiner Haltung. Im T\u00fcrrahmen breche ich zusammen und heule. Ich f\u00fchle mich nutzlos, kaltgestellt, in einen unwirklichen zeitlosen Nexus versetzt, wo ich nicht einmal Mutter sein darf.<br \/>\nDrei Tage sind vergangen, seit die LIGA und alle lokalen Regierungen auf der Erde den Ausnahmezustand ausgerufen haben. Drei Tage, seit es offiziell keine Regierung mehr gibt, stattdessen eine von der LIGA gelenkte Notadministration herrscht, verschanzt in einer High-Tech-Bunkeranlage unter den W\u00fcsten Australiens, die jedem James-Bond-Film Ehre gemacht h\u00e4tte.<br \/>\nDie Zeitung, f\u00fcr die ich arbeite, wird unter diesen Umst\u00e4nden nicht mehr gebraucht. Freie Medien werden ersetzt durch Bekanntmachungen aus dem Presseb\u00fcro der Notstandsregierung.<br \/>\nAlso bin ich in meine alte Wohnung zur\u00fcckgezogen, weil mich hier niemand vermuten w\u00fcrde. An der T\u00fcr klebt zur Tarnung das Namensschild von Ioannis, obwohl ich weiterhin die Miete zahle, Meine Nachbarn sehen mich kaum, weil ich so oft unterwegs bin, bzw. war. Die Chefredakteurin eines gro\u00dfen intergalaktischen Magazins lebt, so vermutet man sicher, in einer Villa am Gardasee \u2013 nicht in einer Drei-Zimmer-Wohnung am Stadtrand von Potsdam. Aber es ist mein Zuhause, mein Reich, ein St\u00fcck normales Leben, an das ich mich klammern kann, bevor alles in Flammen aufgeht.<br \/>\nIch ziehe die Jalousien hoch, \u00f6ffne die Terrassent\u00fcr und lasse die Fr\u00fchlingssonne mein Gesicht w\u00e4rmen, w\u00e4hrend Molly schnurrend um meine Beine streicht. Mit einem kleinen L\u00e4cheln vergrabe ich die Finger in ihrem langen, seidigen Fell und beobachtete, wie Natalie, die Nachbarstochter auf dem Hof mit ihrem Hund Benji spielt. Der Hund f\u00e4ngt das Frisbee, das sie wirft, im Flug, apportiert es brav und l\u00e4sst sich zur Belohnung von Kopf bis Fu\u00df durchknuddeln. Sein Gebell und das unschuldige Lachen des M\u00e4dchens bilden eine Seifenblase der Fr\u00f6hlichkeit inmitten der gespenstischen Ruhe vor dem Sturm.<br \/>\nNatalie entdeckt mich, winkt mir zu und ruft irgendwas in meine Richtung. Sie will, dass ich mitspiele. Ich nicke, ohne lange zu \u00fcberlegen, und gebe ein Zeichen, dass ich gleich komme. Ja, bitte nehmt mich mit in eure Seifenblase! Ich will raus aus diesem Nexus der H\u00f6lle \u2013 wenigstens f\u00fcr ein oder zwei Stunden! Seit der Verk\u00fcndung des Ausnahmezustands bin ich nur einmal rausgekommen, um einzukaufen. Beim ALDI um die Ecke benehmen sich die Leute, als ob morgen ein Asteroid auf die Erde knallt und wir die n\u00e4chsten zehn Jahre in Atombunkern vegetieren m\u00fcssten. Als ich den Supermarkt betreten habe, gab es noch Fischkonserven \u2013 f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter war das Regal komplett leer ger\u00e4umt.<br \/>\nNatalie winkt mir nochmal zu.<br \/>\nDann klingelt es.<br \/>\nIch bleibe einen Moment wie erstarrt stehen. War das wirklich mein Telefon?<br \/>\nEs klingelt ein zweites Mal. Mein Telefon \u2013 tats\u00e4chlich!<br \/>\nOh mein Gott, wenn das nun \u2026 Ich renne fast.<br \/>\nMeine Hand will den H\u00f6rer fassen und greift ins Leere, weil meine F\u00fc\u00dfe pl\u00f6tzlich den Halt verlieren. Ich sp\u00fcre etwas Nasses, Glitschiges unter meinen Socken, rutsche \u2013 und falle.<br \/>\nOh Schei\u00dfe, nein!<br \/>\nDer Drehstuhl rollt mir unter der Hand weg, sein Lehne schl\u00e4gt krachend auf dem Boden auf. Auch die Zimmerpalme kann meinen Flug nicht aufhalten. Der \u00dcbertopf zerschellt am Schreibtischbein, die Blumenerde verteilt sich quer \u00fcber den Teppich.<br \/>\nDer Moment, als mein Gesicht auf die Schreibtischkante kracht, tut nicht sonderlich weh. Zuerst kommt die Panik. Meine Beine f\u00fchlen sich an, wie Wackelpudding, auch meine H\u00e4nde zittern unkontrolliert, als ich mich im Vierf\u00fc\u00dflerstand zum Sofa schleppe, wo sich Molly mit riesengro\u00dfen Augen und peitschendem Schwanz zwischen die Kissen quetscht.<br \/>\nSie versteht genauso wenig, wie ich, was da gerade passiert ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peggy Weber (Herausgeber) Mit Kurzgeschichten von Sven Svenson \/ Gerd Frey \/ Peggy Weber-Gehrke \/ F. Anderson \/ Jacqueline Montemurri \/ Matthias Falke \/ Cliff Allister \/ Regine Bott \/ Galax Acheronian \/ Oliver Koch \/ B.C. 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