{"id":223,"date":"2007-11-04T20:54:08","date_gmt":"2007-11-04T19:54:08","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/blog\/sandozean\/?p=223"},"modified":"2025-05-13T19:04:51","modified_gmt":"2025-05-13T19:04:51","slug":"werkstatt-oder-tempel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=223","title":{"rendered":"Werkstatt oder Tempel?"},"content":{"rendered":"<p><em>Fr\u00fcher glaubte man an das Genie und die g\u00f6ttliche Macht der Musen &#8211; heute setzt man haupts\u00e4chlich auf Tinte und Papier oder Computertastaturen und Speichermedien. Wenn \u00fcber Handwerk und Inspiration gestritten wird, kommt dann oft nur ein fettes \u201eoder\u201c zwischen beiden W\u00f6rtern infrage. Doch wie entsteht ein gutes Gedicht, eine gute Geschichte tats\u00e4chlich? Gibt es allgemeing\u00fcltige Antworten?<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wie arbeitet eigentlich ein Schriftsteller? Manche Autoren von Ratgebern und manche Moderatoren von Salons (die altmodischen Schwatzbuden) oder Internetforen (neumodischer Schwatz in der \u00d6ffentlichkeit) wussten und wissen es ganz genau. Zwar unterscheiden sich die Antworten je nach Jahrhundert &#8230; aber sie sind nicht selten ziemlich rigoros.<br \/>\nFr\u00fcher glaubte man an das Genie und die g\u00f6ttliche Macht der Musen &#8230; heute setzt man haupts\u00e4chlich auf Tinte und Papier &#8230; oder Computertastaturen und Speichermedien.<br \/>\nWenn \u00fcber Handwerk und Inspiration gestritten wird, kommt dann oft nur ein fettes \u201eoder\u201czwischen beiden W\u00f6rtern infrage. Den Diskutierenden spritzt vor Eifer der Schaum von den Lippen. Sie sind kurz davor, dem Kontrahenten Blutrache zu schw\u00f6ren oder einem Herzinfarkt zu erliegen.<br \/>\nEtwas gem\u00e4\u00dfigtere Zeitgenossen wissen zumindest ganz genau, wie viel wovon zum Einsatz kommen muss: 20% Inspiration und 80% Flei\u00df &#8230; oder bestenfalls 30% Inspiration &#8230; oder &#8230; oder &#8230; jedenfalls ist es immer verdammt wenig Spa\u00df und ganz viel m\u00f6glichst stumpfsinniges Rackern.<br \/>\nEs tut mir leid, aber ich halte das f\u00fcr dumme und unn\u00fctze Diskussionen. Warum? Weil Menschen keine Maschinen sind und verschiedene Genres sich nicht untereinander vergleichen lassen.<br \/>\nWeil pauschale Aussagen zum sch\u00f6pferischen Prozess nicht m\u00f6glich sind. Weil jeder Autor ein bisschen anders tickt.<br \/>\nWeil die Kunst eine strenge Geliebte ist, die jeden z\u00fcchtigt, der sie nicht geb\u00fchrend ehrt. Letzteres habe ich von einer Malerin, die ich leider nicht mehr fragen kann, wen sie da zitiert hat. Ich denke, es war irgendein ber\u00fchmter Impressionist, denn das waren ihre Favoriten.<br \/>\nEs hilft vielleicht, sich dem Problem von verschiedenen Seiten zu n\u00e4hern. Eine allgemeing\u00fcltige Antwort wird dabei vermutlich nicht herauskommen &#8230;<\/p>\n<p><strong>1. Chronisten des Alltags<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt Autoren, die sich auf das Schreiben von Alltagsgeschichten spezialisiert haben. Und es gibt Leser, die solche Geschichten sehr m\u00f6gen. Beiden ist gemeinsam, dass sie mit beiden Beinen fest im Leben stehen und allem, was man nicht angucken, anfassen oder anbei\u00dfen kann, zutiefst misstrauen.<br \/>\nSie sind keine Tr\u00e4umer, sondern scharfe Beobachter, zielstrebige Sammler, gutm\u00fctige oder bissige Kommentatoren. Ihre Weisheiten sind \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich, wenn auch manchmal ein bisschen hausbacken.<br \/>\nEine durchaus liebenswerte und talentierte Vertreterin dieser Spezies &#8230;&nbsp; die bisher selbst meine schr\u00e4gsten Gedichte scheinbar problemlos ertragen hatte &#8230;&nbsp; reagierte auf meine ersten SF-Geschichten mit blankem Abscheu: \u201ePfui Teufel! Das ist ja alles erfunden! Was sollen unsere Menschen daraus lernen?\u201c<br \/>\nIch habe das Gef\u00fchl, dass diese Autoren dem Journalismus n\u00e4her stehen als der Poesie. Wenn sie flei\u00dfig recherchieren, liegen immer genug Auftr\u00e4ge auf ihrem Schreibtisch herum. Und nat\u00fcrlich setzen sie sich jede freie Minute an die heilige Werkbank &#8230; s\u00e4gen, bohren, feilen, h\u00e4mmern &#8230; bis irgendwann eine formvollendete Geschichte den Weg durch den Bl\u00e4tterwald nehmen kann.<br \/>\nScheinbar ben\u00f6tigen solche Leute keinen Musenkuss. Sind sie der lebende Beweis daf\u00fcr, dass Inspiration nicht gebraucht wird &#8230; dass alles nur Handwerk ist?<br \/>\nIch denke nein. Auch diese Autoren sind auf besondere Talente angewiesen: einen scharfen Blick f\u00fcr unter scheinbaren Belanglosigkeiten vergrabene Sch\u00e4tze, ein waches Mitgef\u00fchl f\u00fcr ihre Mitmenschen, ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Tragik und Komik &#8230; f\u00fcr dramatische Auftritte und skurrile Wendungen.<br \/>\nManchmal ist Thalia, die komische Muse f\u00fcr sie verantwortlich. Manchmal lugt ihnen Klio, die Muse der Geschichte \u00fcber die Schultern &#8230; einer Alltagsgeschichte, f\u00fcr die sich professionelle Historiker viel zu selten interessieren.<br \/>\nJedenfalls scheinen die beiden Damen nicht so kaprizi\u00f6s wie die heldenm\u00fctige Kalliope oder die tragische Melpomene zu sein.<br \/>\nIch m\u00f6chte mich ausdr\u00fccklich nicht an der l\u00e4cherlichen Prozentklauberei beteiligen, aber ich kann mir vorstellen, dass Autoren im Grenzbereich zum Journalismus zuweilen mit einem deutlich geringeren Anteil an Inspiration auskommen.<\/p>\n<p><strong>2. Sogenannte Spannungsliteratur<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe noch nie versucht, einen Krimi zu schreiben aber ich kann mir gut vorstellen, dass diese B\u00fccher oft auf realen F\u00e4llen beruhen und sehr gut recherchiert sind. Zumindest muss sich der Autor mit dem Milieu &#8230;&nbsp; Polizei und Unterwelt &#8230;&nbsp; gut auskennen und \u00fcber Ermittlungstechniken, Forensik, Gesetze usw. Bescheid wissen. Hier kommt Urania &#8230;&nbsp; die Muse der Wissenschaften &#8230;&nbsp; machtvoll ins Spiel.<br \/>\nAuch Thrillerautoren m\u00fcssen genau recherchieren und alle handwerklichen Tricks zu Spannungsaufbau und Figurenf\u00fchrung beherrschen. Sprachliche Innovationen und Metaphern werden nicht verlangt, weil die Leser dieses Genres kaum darauf achten. Die Sache muss klar und knapp ausgedr\u00fcckt sein, ein paar \u00fcberraschende Wendungen und R\u00e4tsel enthalten &#8230; und sie muss heftig thrillen.<br \/>\nManche dieser Autoren scheinen ihre B\u00fccher geradezu am Flie\u00dfband zu verfassen. Die F\u00e4lle und Personalien unterscheiden sich, w\u00e4hrend die Spannungsmuster immer wieder auf die gleiche Weise aufgebaut werden. Es sieht nicht so aus, als w\u00e4ren die Schreiber ihrer Inspiration hinterhergehechelt. Sie verstehen sich selbst oft als gute Handwerker &#8230;&nbsp; nicht mehr und nicht weniger.<br \/>\n\u00dcber die Spannungsliteratur in Heftchenform breite ich lieber den Mantel christlicher Barmherzigkeit. Die machen oft den Eindruck, als w\u00e4ren sie mithilfe eines Computerprogramms erstellt worden. Brauchen Computer Inspiration? Es gibt wohl nichts, was ihnen fremder w\u00e4re.<br \/>\nNeben der Dutzendware gibt es auch Kriminalgeschichten, die eigentlich Gesellschaftsromane sind, die sich um einen Kriminalfall ranken. Im Versagen des Einzelnen wird die Krankheit der ganzen Gesellschaft sichtbar. Ihre Hoffnungslosigkeit, ihre Perversit\u00e4t, ihre ideologische Verblendung. Schuld und S\u00fchne von Dostojewski ist so ein Beispiel. Auch einige skandinavische Krimiautoren tendieren in diese Richtung.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, wie viel Inspiration in diesen B\u00fcchern steckt. Sicher nicht weniger, als in jedem anderen ernst zu nehmenden St\u00fcck Literatur.<\/p>\n<p>.<strong>3. Was es sonst noch gibt<\/strong><\/p>\n<p>Ja, da ist noch so einiges: historische und erotische Romane, romantische Lovestorys, Fantasy, Mystery, Urzeitsagas, Tiergeschichten und &#8230; und &#8230; und &#8230;<br \/>\nF\u00fcr manches muss man heftig recherchieren und f\u00fcr anderes hingebungsvoll tr\u00e4umen &#8230; oder &#8230;&nbsp; wie hoffentlich bei der Erotik und den Liebesgeschichten &#8230;&nbsp; gelassen aus eigenen Erinnerungen und Erfahrungen sch\u00f6pfen. Da schlie\u00dft sich dann der Kreis zu den Alltagsgeschichten.<br \/>\nJe h\u00f6her der Aufwand f\u00fcr Recherchen ist, um so mehr verschiebt sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Inspiration und allen \u00fcbrigen Arbeiten am Text zuungunsten der Inspiration.<br \/>\nAber Vorsicht! Das bedeutet nicht, dass man historische Romane oder Urzeitsagas uninspiriert schreiben kann &#8230; jedenfalls nicht, wenn sie etwas taugen sollen! Die Recherche ist lediglich ein zus\u00e4tzlicher Arbeitsaufwand, der obendrauf gesattelt werden muss!<br \/>\nWenn man den nicht ber\u00fccksichtigt, kommen alle \u00fcbrigen Faktoren ins Spiel: N\u00e4he oder Ferne des Schauplatzes und der handelnden Personen, die Pers\u00f6nlichkeit des Autors, seine spezielle Arbeitsweise, seine Weisheit &#8230; Traum und Wirklichkeit.<br \/>\nUnd noch etwas: Recherchen k\u00f6nnen auch eine machtvolle Quelle der Einbildungskraft sein. Das wird deutlich, wenn man ein Museum oder ein KZ besucht. Originaldokumente und Exponate k\u00f6nnen geradezu \u00fcberw\u00e4ltigend wirken.<br \/>\nEs ist schon Jahrzehnte her &#8230; aber ich sah einmal in Strahlsund einen blutbesudelten Richtblock aus dem Mittelalter und pl\u00f6tzlich stand zu meinem Entsetzen die Hinrichtungsszene deutlich vor meinen Augen.<br \/>\nSie haben das Exponat wohl sp\u00e4ter aus R\u00fccksicht auf zartbesaitete Besucher ins Magazin geschafft, denn ich habe es bei einem sp\u00e4teren Besuch nicht wiedergefunden. Aber er geistert immer noch durch meine Albtr\u00e4ume.<br \/>\nVielleicht ist es diese Erinnerung, die mir beim Schreiben harter Szenen hilf &#8230; oder die Erinnerung an Berge von getragenen Schuhen und Lampenschirme aus t\u00e4towierter Menschenhaut im KZ Sachsenhausen<\/p>\n<p><strong>4. Moderne Lyrik<\/strong><\/p>\n<p>Fr\u00fcher gab es alles M\u00f6gliche in Versform, unter anderem auch wissenschaftliche und moralische Traktate. Der gro\u00dfe r\u00f6mische Dichter Vergil, der vier umf\u00e4ngliche Ges\u00e4nge \u00fcber den Landbau schrieb und dabei Poesie und Erkenntnis auf wundersame Weise miteinander verflocht, ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr. Heute sind das Sinngedicht, das wissenschaftliche und das philosophische Gedicht weitgehend abgestorben und man legt &#8230;&nbsp; mehr als fr\u00fcher &#8230;&nbsp; Wert auf eine tragf\u00e4hige poetische Idee und gute Metaphern (siehe Anneliese Wipperling: \u201eMit allen Sinnen\u201c ).<br \/>\nWas soll ich sagen? Nat\u00fcrlich ist die Poesie hohe Sprachkunst &#8230; jedes einzelne Wort und jedes Satzzeichen wird sorgf\u00e4ltig ausgew\u00e4hlt, gepr\u00fcft und geschliffen. Es gibt wohl kein Literaturgenre, bei dem die Arbeitsdichte pro Zeile \u00e4hnlich hoch ist.<br \/>\nDennoch ist gerade die Lyrik ein Beispiel daf\u00fcr, dass Handwerk allein nicht ausreicht. Und nicht nur das: Ohne Inspiration wird jegliche handwerkliche Arbeit sinnlos. Es gibt nichts zu schleifen und zu h\u00e4mmern. Die Idee ist gleichzeitig die Substanz &#8230; ein fl\u00fcchtiges widerspenstiges Zeug, das sich mit gro\u00dfer Raffinesse dem Zugriff entzieht und manchmal ohne jeden Anlass komplett aufl\u00f6st.<br \/>\nEine gute poetische Idee l\u00e4sst sich nicht herbeizwingen. Sie w\u00e4chst irgendwo im Verborgenen, wie ein Pilzgeflecht im feuchten Boden. Und ebenso wie bei diesen geheimnisvollen Waldbewohnern gibt es Interaktionen mit den Wurzeln anderer Gew\u00e4chse, mit Regen und Wind, Sonne und Frost. Ein vertrackter Austausch von Zellkernen und S\u00e4ften kompliziert die Sache zus\u00e4tzlich. Nicht einmal der Dichter selbst wei\u00df genau, was da alles passiert.<br \/>\nNach meinen bescheidenen Erfahrungen ist die Geburt der poetischen Idee der eigentliche kritische Vorgang. Erst hinterher lohnt es sich, \u00fcber passende Metaphern und Worte nachzusinnen &#8230; und sie notfalls im Thesaurus von Word oder einem Synonymw\u00f6rterbuch auszugraben. Und erst jetzt ist es sinnvoll, \u00fcber Rhythmus und Melodie des Gedichts zu entscheiden.<br \/>\nDie beliebten Formeln von 20 oder 30% Inspiration und dem unglaublich dominierenden Rest Flei\u00df wirken auf mich im Zusammenhang mit Lyrik geradezu paradox, denn das geheime Wachstum l\u00e4sst sich vom Zeit- und Kraftaufwand her nicht messen. Sicher, manchmal kommt eine gute Idee scheinbar einfach so angeflogen &#8230; \u00fcber andere gr\u00fcbelt man lange nach &#8230; manchmal ist es Schwerstarbeit, sie ins Licht zu zerren.<br \/>\nUnd noch etwas: Die eigene Fantasie bewusst zu steuern erfordert enorm viel Kraft und Konzentration. Wenn die Seele des Dichters aus irgendeinem Grunde geschw\u00e4cht ist, funktioniert leider \u00fcberhaupt nichts mehr. Dann kann man nur noch alles in die Ecke schmei\u00dfen und versuchen, mit seinem Frust fertigzuwerden.<br \/>\nWer arrogant \u00fcber empfindliche und faule Dichter und ihre eingebildeten Schreibblockaden schwadroniert, beweist damit nur, dass er diesen Aspekt des k\u00fcnstlerischen Schaffens \u00fcberhaupt nicht kennt. Glaubt derjenige etwa tats\u00e4chlich, dass es gen\u00fcgt, so lange vor sich hinzubrabbeln, bis sich aus dem Wortbrei von allein eine tolle Idee formt? Ich w\u00fcnsche viel Spa\u00df bei dem Versuch!<\/p>\n<p><strong>5. Fantastische Welten<\/strong><\/p>\n<p>Ist es seri\u00f6s, \u00fcber ein Land zu schreiben, wo man nie gewesen ist? Bei einer Reisebeschreibung w\u00fcrde jeder mit Recht die Nase r\u00fcmpfen. \u201eWas? Wie kommt XY dazu, \u00fcber die Sahara zu labern, wo er doch die ganze Zeit gem\u00fctlich in seinem Schrebergarten gehockt hat? Von wegen Internet und Literaturrecherchen! Der braucht mit uns gar nicht erst stille Post zu spielen. Wir wollen was Authentisches!\u201c<br \/>\nUm einen Roman, der in Frankreich spielt, zu schreiben, sollte man wenigstens ein paar Reisen dorthin gemacht haben oder franz\u00f6sische Freunde haben. Noch besser ist es, wenn der Autor da einige Jahre gelebt hat. Eine Freundin von uns hat einen Vatikanthriller geschrieben. Sie hat daf\u00fcr nicht nur in verschiedenen Bibliotheken Europas recherchiert, sondern auch wichtige Originalschaupl\u00e4tze pers\u00f6nlich aufgesucht. Ich verstehe, warum sie das tun musste. Die Atmosph\u00e4re eines Ortes und die Mentalit\u00e4ten fremdartiger Berufsgruppen und V\u00f6lker m\u00fcssen genau erkundet werden. Auch die Kleinigkeiten sollen ja stimmen. Sonst schreibt man am Ende noch \u00fcber Pinguine in der Arktis und Eskimos am S\u00fcdpol. Ganz zu schweigen von den richtigen M\u00fcnzen, Varianten der Anmache, Kopfbedeckungen, Nationalgerichten, Witzen, Neurosen, Grunds\u00e4tzen, geistigen Getr\u00e4nken &#8230;<br \/>\nEhrlich, ich w\u00fcrde mir nicht einmal trauen, eine Story in Bayern spielen zu lassen. Zwar wei\u00df ich theoretisch um die zahlreichen Eigenheiten der Bajuwaren und ich hatte auch einige Kollegen aus dem netten Freistaat aber das hei\u00dft noch lange nicht, dass ich kompetent genug bin, um mit dieser Spezies herumspielen zu k\u00f6nnen. Jeder echte Bayer w\u00fcrde sich \u00fcber meine Geschichte totlachen.<br \/>\nWahrscheinlich seid ihr jetzt verwirrt. \u201eDie traut sich nicht einmal an Figuren aus einem anderen Bundesland und dabei schreibt sie fast ausschlie\u00dflich \u00fcber Aliens! Das ist alles andere als logisch!\u201c<br \/>\nSicher hat dieses Argument einige Berechtigung. Aliens als Hauptcharaktere k\u00f6nnen ganz sch\u00f6n schwierig sein. Schlie\u00dflich m\u00f6chte der Leser nicht mit Menschen in Latexmasken konfrontiert werden. Ein bisschen anders als wir sollten die Leute schon reagieren &#8230; und das betrifft nicht nur die Physiologie sondern auch das Sozialverhalten und die Gef\u00fchlswelt.<br \/>\nAndererseits haben Aliencharaktere auch einen gro\u00dfen Vorteil: Weil sie fiktiv sind, kann niemand nachpr\u00fcfen, ob ich sie richtig erfunden habe. Ich muss nur darauf achten, dass alles stimmig ist, dass die Charaktere mit Umwelt und Geschichte des jeweiligen Planeten harmonieren und dass jene psychologischen Prozesse, die m\u00f6glicherweise allen organischen Lebewesen eigen sind, beachtet werden.<br \/>\nDas Problem beim Schreiben von SF ist, dass die fremden Welten leicht zu einem Sammelsurium erfundener oder in Enzyklop\u00e4dien recherchierter Parameter verkommen ohne reale Gestalt anzunehmen. Wenn man die Spektralklasse des Zentralgestirns und den Abstand des Heimatplaneten der Spezies dazu festgelegt hat, wei\u00df man noch lange nicht, wie der Wind dort riecht und wie das Blut in den Adern der Fremden rauscht. Es ist wie mit dem Frankreichbuch: Es empfiehlt sich, pers\u00f6nlich zu dem fernen Planeten zu reisen und ihn gr\u00fcndlich zu erkunden. So oft, bis man alles deutlich sehen, riechen und schmecken kann.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, wie es anderen Autoren geht aber ich muss sehr oft in meine Welten abtauchen, bevor ich eine Szene schreiben kann. Das geht manchmal richtig an die Substanz, denn diese Halbschlaf-Halbtraum-Trips rei\u00dfen die N\u00e4chte erbarmungslos in Fetzen und lassen einen am n\u00e4chsten Morgen mit dickem Kopf und Triefaugen aufwachen. Ohne Aspirin und Kaffee w\u00fcrde ich danach gar nicht in Gang kommen. Irgendwie widerstrebt es mir, diese nervenzerfetzende Jagd nach der passenden Inspiration f\u00fcr eher nebens\u00e4chlich zu halten.<br \/>\nDas erkl\u00e4rt wahrscheinlich auch meinen von einigen Gurus bem\u00e4ngelten Umgang mit den Charakteren. Was soll ich machen? Die Leute sind meist nicht von dieser Welt und wenn ja, nicht aus unserer Zeit. Da muss ich vorsichtig mit ihnen umgehen und gut zuh\u00f6ren, sonst mutieren sie ganz schnell zu Pappaufstellern.<br \/>\nIn vielen \u00e4lteren SF-Geschichten findet man leider diese zweidimensionalen Wesen. Da hat der Autor lange \u00fcber seine Fiktion nachgegr\u00fcbelt, dicke B\u00fccher gew\u00e4lzt und sich gro\u00dfe M\u00fche gegeben, alles richtig zu machen &#8230; und dar\u00fcber vergessen, seinen Figuren Leben einzuhauchen. Oder nicht mehr die Kraft daf\u00fcr aufbringen k\u00f6nnen. Genau das ist der Grund, weshalb viele Bildungsb\u00fcrger nichts von SF halten und sie &#8230;&nbsp; bis auf wenige Ausnahmen &#8230;&nbsp; nicht zur Literatur z\u00e4hlen.<br \/>\nIch rede gar nicht erst dar\u00fcber, wie schwierig es ist, eine gute SF-Idee zu finden, denn dazu ist neben einem Geistesblitz auch noch jede Menge Recherche n\u00f6tig &#8230; vornehmlich in ziemlich unverst\u00e4ndlichen B\u00fcchern \u00fcber Astrophysik, Kosmologie, Robotertechnik, Genetik &#8230;<br \/>\nNein, das ist immer noch nicht pures Rackern am Text und trotzdem verdammt zeitaufwendig. Ich versuche gerade herauszufinden, wie Energiewesen ticken und wie es sich anf\u00fchlt, in der Korona einer Sonne zu leben. Time Life sei Dank konnte ich einiges \u00fcber wabernde Landschaften aus Licht herausfinden &#8230;<\/p>\n<p><strong>6. Von Menschen und Photonen<\/strong><\/p>\n<p>Alles, was mit Menschen und ihrer Gesellschaft zu tun hat, l\u00e4sst sich extrem schwer in Zahlen fassen und die in den Naturwissenschaften so beliebten mathematischen Definitionen greifen v\u00f6llig ins Leere. Deshalb haben es Geisteswissenschaftler schwerer als Physiker oder Chemiker. Meist ger\u00e4t schon die Festlegung des Forschungsobjekts ziemlich \u201eweich\u201c , sodass man gro\u00dfartig dar\u00fcber streiten kann.<br \/>\nJeder, der einmal gelernt hat, wissenschaftlich zu denken, wei\u00df um die Schwierigkeiten bei der Ann\u00e4herung an die Realit\u00e4t &#8230; und dass alles nur mehr oder weniger wahrscheinliche Hypothesen sind, die schon von der n\u00e4chsten Entdeckung brutal \u00fcber den Haufen geworfen werden k\u00f6nnen. Manchmal braucht man sogar mehrere Theorien gleichzeitig, um einen Sachverhalt halbwegs plausibel zu beschreiben.<br \/>\nEtwas so Simples wie das Licht ben\u00f6tigt, z.B. die Wellen- und die Korpuskulartheorie, um all seine Ph\u00e4nomene deuten zu k\u00f6nnen. Man kann sogar beide Theorien experimentell beweisen! Bedeutet das nun, dass Licht gleichzeitig aus Wellen und Teilchen besteht, dass es manchmal das eine und manchmal das andere ist &#8230; oder sind beide Theorien fehlerhaft oder unvollst\u00e4ndig? Wann wei\u00df man alles \u00fcber einen bestimmten Vorgang? Was ist die ganze Wahrheit?<br \/>\nAuf all diese Fragen kann ich nur dem\u00fctig antworten: \u201eNein, wir wissen es nicht genau, wir n\u00e4hern uns der Wahrheit m\u00fchselig in winzigen Schritten und wir sehen ein, dass wir sie nie vollst\u00e4ndig erkennen k\u00f6nnen.\u201c<br \/>\nIst es angesichts dieser Tatsachen nicht ein bisschen anma\u00dfend, Regeln f\u00fcr so etwas Diffiziles wie den sch\u00f6pferischen Prozess zu formulieren? Jeder Mensch ist anders &#8230; jeder Autor ist anders. Ganz abgesehen von den Problemen der einzelnen Genres &#8230; die inneren Welten und Abl\u00e4ufe k\u00f6nnen bei verschiedenen Personen so variieren, dass allgemeing\u00fcltige Regeln auf mich unseri\u00f6s wirken.<br \/>\nViele Dichter und Schriftsteller \u00e4u\u00dfern sich nicht zu ihrer Arbeitsweise &#8230; wohl wissend, dass man sie dann m\u00f6glicherweise als St\u00fcmper oder Verr\u00fcckte denunzieren w\u00fcrde. Nur wer, wie Stephen King oder Cornelia Funke, schon sehr fest im Sattel sitzt, kann sich ein Outing leisten.<br \/>\nDie Puritaner unter den Verfassern von Schreibregeln werden nicht m\u00fcde, Flei\u00df zu predigen und jeden abzuwatschen, der zugibt, vom Leben und seinen Anforderungen abgelenkt zu werden &#8230; oder gar Opfer einer Blockade zu sein.<br \/>\n\u201eSchreibt! Schreibt! Schreibt\u201c , predigen sie monoton, \u201eund der ersehnte Erfolg wird sich schon von selbst einstellen. Seid keine Schlappschw\u00e4nze! Schreibt! Oder wir k\u00f6nnen euch nur als M\u00f6chtegernautoren verachten!\u201c<br \/>\nHerrgott! Wenn es danach geht, d\u00fcrfen nur psychisch extrem robuste Menschen (Soziopathen?) ohne Familie Schriftsteller werden!<br \/>\nOder kann sich jemand eine Mutter vorstellen, die ihre Kinder hungern l\u00e4sst, weil sie gerade an einer Geschichte arbeitet?<br \/>\nEinen Vater, der nicht zur Arbeit geht, weil er bei seinem Roman gerade nicht aufh\u00f6ren kann? Der sich weigert, \u00dcberstunden zu machen, weil er Zeit f\u00fcr sein superwichtiges Projekt braucht?<br \/>\nWie weltfremd kann man eigentlich sein? Die Leute w\u00fcrden ihren Job verlieren und ihre Kinder k\u00e4men ganz schnell in eine Pflegefamilie &#8230;<br \/>\nW\u00e4re es w\u00fcnschenswert, wenn Literatur nur von Outlaws ohne Pflichten und Bindungen gemacht w\u00fcrde? K\u00f6nnte sie dann den ganz normalen Mitmenschen noch etwas geben? Wohl kaum.<br \/>\nEin anderes Problem: Nicht alle Menschen &#8230;&nbsp; und das trifft gerade auf hochsensible K\u00fcnstler zu &#8230;&nbsp; sind psychisch robust genug f\u00fcr das Leben in unserer kalten und harten Gesellschaft. Viele Menschen leiden heutzutage unter Depressionen und Angstneurosen aller Art. Darf man sie verh\u00f6hnen, weil sie manchmal nicht imstande sind, zu arbeiten? Ist das nicht \u00fcbelste Diskriminierung?<br \/>\nNein, der Gedanke ist zu gruselig! Also entschuldigt bitte, wenn es mich bei manchen Dogmen einfach nur sch\u00fcttelt.<br \/>\nLetztendlich z\u00e4hlt nur das Ergebnis &#8230; und die Freude, die der Autor beim Schreiben empfunden hat. Ob es dann auch beachtet und gedruckt wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.<br \/>\nIch hatte mich zu DDR-Zeiten damit abgefunden, nie ein Buch herauszubringen. Warum? Ich war den Orthodoxen nicht rot genug und den Dissidenten zu rot.<br \/>\nUnd heute bin ich fast wieder so weit, die ganze Sache nicht mehr so wichtig zu nehmen. Der ganze Kommerz ist mir ausgesprochen eklig &#8230; ich denke nicht, dass ich deswegen minderwertig bin.<\/p>\n<p><strong>7. Warum sind die nur so w\u00fctend?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt momentan kaum eine Branche, die heftiger boomt als die Beraterfirmen. Ganz unabh\u00e4ngig davon, ob in einem Betrieb oder einer Beh\u00f6rde bereits hochbezahlte Fachleute f\u00fcr eine Sache vorhanden sind oder nicht: Sobald Schwierigkeiten auftreten, werden zus\u00e4tzliche Experten von au\u00dfen geholt, die \u00fcberall herumkriechen, die Mitarbeiter aushorchen und sie bei jedem Handgriff mit Argusaugen beobachten.<br \/>\nHinterher gibt es jede Menge S\u00e4ulen- und T\u00f6rtchendiagramme, Power Point-Pr\u00e4sentationen, Listen, Berechnungen, Meetings &#8230;<br \/>\nDie Belegschaft regt sich auf, flitzt hektisch durcheinander, \u00fcberall breitet sich Chaos aus. Nachdem genug Zeit und Geld verschwendet wurden, kehren die Betroffenen meist irgendwann stillschweigend zu ihren alten Gepflogenheiten zur\u00fcck. Jedenfalls war das bei uns so, wo die wild gewordenen Analysten am Ende nur marginale Spuren hinterlassen haben.<br \/>\nIrgendein D\u00e4mon des Chaos verleitet manche Manager und Erbsenz\u00e4hler in unsicheren Zeiten zu solchen hysterischen Aktivit\u00e4ten. Manchmal werden sogar ein paar \u201ezweibeinige Kostentr\u00e4ger\u201c eingespart, um sich eine besonders schicke Firma leisten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nMan hofft auf die Quadratur des Kreises, 100% Auslastung der Arbeitskr\u00e4fte oder ein anderes h\u00f6chst unwahrscheinliches Wunder. Daf\u00fcr wird das knappe Geld fr\u00f6hlich zum Fenster hinausgeschmissen.<br \/>\nBeraten lassen kann man sich zu allem: Leben, Liebe, Geld, Politik, Ern\u00e4hrung, Bewegung, Medizin, Gartenarbeit, Hausbau, Tierhaltung &#8230; und nat\u00fcrlich auch zum Schreiben von Prosa oder Lyrik. All die Handb\u00fccher und Experten versprechen, dass es der Firma oder dem Menschen hinterher gro\u00dfartig gehen wird. Dass die Berater alle Probleme l\u00f6sen k\u00f6nnen und ihr Geld wert sind.<br \/>\nMit Ratgebern und Erfahrungsberichten kann man &#8230;&nbsp; wenn sie eine interessante Nische bedienen &#8230;&nbsp; sogar bei einem On-Demand Verlag gutes Geld verdienen! Zumindest deutet die Tatsache, dass diese Werke besonders oft in den Bestsellerlisten auftauchen, darauf hin. Wie es scheint, vegetiert ein gro\u00dfer Teil der Menschheit am Rande der Verzweiflung und keiner kriegt irgendwas allein auf die Reihe.<br \/>\nRatgeber und Schulen f\u00fcr Autoren suggerieren dem Verbraucher gern, dass jeder, wenn er flei\u00dfig ist und alle Tipps beherzigt, erfolgreiche B\u00fccher schreiben kann: \u201eSei gelehrig und gehorsam und du kannst irgendwann Geld mit dem Schreiben verdienen. Unsere Firma hat schon viele Autoren gemacht\u201c<br \/>\nJa sicher, oft k\u00f6nnen die Anbieter mit einer Reihe beinahe prominenter Namen aufwarten &#8230; aber sie verraten nie, wie gro\u00df der Prozentsatz jener ist, die es nicht geschafft haben. Vielleicht ist er ja genauso gro\u00df wie bei den ungeschulten Schreibern? Ich gebe zu, das ist reine Spekulation &#8230;<br \/>\nWas all diesen Experten gr\u00fcndlich zuwider ist, sind Begriffe wie Talent, Inspiration, Musen oder gar Erleuchtung. Es ist schon klar: Wenn die Kunden w\u00fcssten, dass auch die allerfeinsten Ratschl\u00e4ge nur jenen helfen, die in ihren Herzen Poeten und Geschichtenerz\u00e4hler sind, w\u00fcrde die Kundschaft abrupt zusammenschrumpfen. Und wenn dann diese Auserw\u00e4hlten auch noch eigenen Wege suchen oder sich gegenseitig helfen w\u00fcrden, w\u00e4re das ganze Gesch\u00e4ft geplatzt.<br \/>\nUnd so werden halt kindliche Allmachtsfantasien gesch\u00fcrt und den Leuten eingeredet, dass es beim sch\u00f6pferischen Prozess keinerlei Geheimnisse g\u00e4be &#8230; nur Arbeit und Handwerk &#8230; und noch einmal Arbeit und Handwerk. Dass Schreiben wie Br\u00f6tchen backen oder Haare schnippeln w\u00e4re.<br \/>\nSo entstehen ganze Rudel belangloser Geschichten und Gedichte. Man schnappt sich einen Schnipsel der Realit\u00e4t &#8230; etwa einen Mann, der vor einem Teller Bratkartoffeln sitzt &#8230; und bastelt eine Story darum, in der jedes Schr\u00e4ubchen und jedes Zahnrad perfekt am richtigen Platz sitzt. Das Ganze rutscht sogar ziemlich bereitwillig ins Bewusstsein &#8230;&nbsp; will sagen, liest sich gar nicht mal schlecht &#8230;&nbsp; aber der kritische Leser fragt sich hinterher, warum er eigentlich kostbare Lebenszeit auf die Besch\u00e4ftigung mit l\u00e4ngst bekannten Sachverhalten verschwendet hat &#8230;<br \/>\nSp\u00e4testens jetzt werden manche \u201eWerkstattleiter\u201c und ihre Kundschaft den heftigen Wunsch versp\u00fcren, mich zu steinigen oder mir wenigstens die unheiligen Finger, mit denen ich diesen Text getippt habe, abzuhacken. Deshalb h\u00f6re ich jetzt besser auf. Ich ziehe mich in meinen Tempel &#8230;&nbsp; in dem sich nat\u00fcrlich auch ein Schmiedefeuer, ein Amboss und ein handliches Sortiment Feilen befinden &#8230;&nbsp; zur\u00fcck. M\u00f6gen Apollo und die altmodischen Musen mir gn\u00e4dig sein! Und Hephaistos, der f\u00fcr die Liebe zum Material und die Lust am Schmieden, Feilen und Polieren steht.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Werkstatt oder Tempel &#8230; Handwerk oder Inspiration? In dieser Form ist die Frage sinnlos. Es muss konsequent hei\u00dfen: Inspiration und Handwerk. Man beachte hier die Reihenfolge: Erst kommt die Idee und dann die Ausarbeitung derselben!<br \/>\nEs h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab, wie gro\u00df der Anteil der Inspiration an einem Kunstwerk ist. Unter anderem von der psychischen Struktur des Autors, seiner Biografie und dem Genre, dem er sich gerade widmet.<br \/>\nLasst euch also nicht durch Binsenweisheiten ins Bockshorn jagen.<br \/>\nBleibt so bescheiden, realistisch, inspiriert und selbstst\u00e4ndig wie bisher. Und sch\u00e4mt euch nicht, wenn ihr l\u00e4nger tr\u00e4umt, als feilt. Und manchmal auch Schreibblockaden habt. Ihr seid schlie\u00dflich lebendige Menschen und keine Schreibroboter.<\/p>\n<p>\u00a9 2007 by Anneliese Wipperling<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher glaubte man an das Genie und die g\u00f6ttliche Macht der Musen &#8211; heute setzt man haupts\u00e4chlich auf Tinte und Papier oder Computertastaturen und Speichermedien. Wenn \u00fcber Handwerk und Inspiration gestritten wird, kommt dann oft nur ein fettes \u201eoder\u201c zwischen beiden W\u00f6rtern infrage. Doch wie entsteht ein gutes Gedicht, eine gute Geschichte tats\u00e4chlich? 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