{"id":155,"date":"2005-02-14T17:14:14","date_gmt":"2005-02-14T16:14:14","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/blog\/sandozean\/?p=155"},"modified":"2025-05-13T19:25:49","modified_gmt":"2025-05-13T19:25:49","slug":"geliebter-feind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=155","title":{"rendered":"Geliebter Feind"},"content":{"rendered":"<p><em>Cardi-Alarm! Als feindliche Soldaten die T\u00fcr einschlagen, bef\u00fcrchtet eine Siedlersfrau das Schlimmste. Aber \u2026 <\/em><\/p>\n<p><strong>Star Trek Story von Anneliese Wipperling<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Cora Travis stand in der K\u00fcche und bereitete das Abendessen f\u00fcr ihre kranke Schwiegermutter zu: eine kr\u00e4ftige Suppe, Wei\u00dfbrot, Kr\u00e4utertee \u2026 der Bauernhof ihres Mannes ging gut und er hatte nat\u00fcrlich f\u00fcr seine Mutter nur das Beste eingepackt. Cora summte leise vor sich hin, w\u00e4hrend sie die d\u00fcnnen Schnitten mit Butter bestrich. Sie f\u00fchlte sich wohl \u2026 sicher, die Schwiegermutter n\u00f6rgelte gern herum \u2026 andererseits hatte ihr Sohn das auch ziemlich gut drauf. Es machte keinen Unterschied und ein paar Tage Ferien von der schweren Landarbeit taten richtig gut. Zwei der sechs Monde von Zelinda vier schienen grell und wei\u00df zum offenen Fenster herein. Cora \u00fcberlegte schmunzelnd, wie ein Werwolf, wenn es ihn denn g\u00e4be, auf ihrem Kolonieplaneten nahe der cardassianischen Grenze wohl zurechtkommen w\u00fcrde. Vermutlich w\u00e4re seine menschliche Seite schon bald verk\u00fcmmert, denn irgendein Mond hing immer am Himmel. Der Wind wehte Fliederduft herein. Die wei\u00df bl\u00fchenden B\u00fcsche stammten, wie alle Nutz- und Zierpflanzen, von der guten alten Erde. Schlie\u00dflich wollte man \u2013 Pioniergeist hin oder her \u2013 ein St\u00fcckchen Heimat unter dem Fenster. Das Zeug, was von selbst auf Zelinda vier wuchs, war weder den Augen noch den M\u00e4gen der Menschen angenehm \u2026 also weg damit!<br \/>\nPl\u00f6tzlich zerschnitt ein schrilles Heulen die friedliche Stille der winzigen planetaren Hauptstadt: Cardialarm! Cora schaltete hastig den Herd ab, schloss das Fenster und l\u00f6schte \u00fcberall das Licht. Ihre Glieder waren steif vor Schreck, ihre Gedanken \u00fcberschlugen sich: \u201eSchnell, die Au\u00dfent\u00fcr \u2026 zweimal zuschlie\u00dfen und verriegeln \u2026 mein Gott, wir sind ganz allein im Haus \u2026 am besten noch eine Truhe davor schieben \u2026 und die Fensterl\u00e4den \u2026 jetzt muss ich noch einmal aufmachen und die Fensterl\u00e4den \u2026 ganz leise \u2026 wenn die Cardis es klappern h\u00f6ren, sind wir verloren \u2026 und nun ins Schlafzimmer \u2026 sei still, Mutter \u2026 die h\u00f6ren wom\u00f6glich sogar unser Fl\u00fcstern \u2026 die m\u00fcssen denken, dass keiner da ist \u2026 vielleicht nehmen sie dann nur ein paar Wertsachen und verschwinden wieder \u2026 verdammt, h\u00e4tte ich nur nicht die Truhe vor die T\u00fcr \u2026 jetzt k\u00f6nnen sie sich denken, dass jemand im Haus ist, jemand, der Angst hat und nicht k\u00e4mpfen kann!<\/p>\n<p>Ganz allm\u00e4hlich legte sich das Get\u00f6se in Coras Kopf \u2026 nicht, dass sie sich wirklich beruhigt h\u00e4tte \u2026 nein, eine stumpfe, l\u00e4hmende Gleichg\u00fcltigkeit hatte sie \u00fcberw\u00e4ltigt. Die Cardis waren wie eine Seuche, eine Insektenplage, ein Buschfeuer. Sie und ihre Schwiegermutter konnten nur geduldig abwarten, bis die Angreifer sich ausgetobt hatten \u2026 und hoffen, dass sie danach noch lebten. In New Hamburg gab es zwar eine gut bewaffnete B\u00fcrgermiliz \u2013 wenn die Angreifer keine regul\u00e4ren Soldaten waren, hatte sie sogar durchaus eine Chance \u2013 und in jedem Haushalt befand sich normalerweise ein Waffenschrank mit Phasergewehren \u2026 nur leider war das der Schwiegermutter schon l\u00e4ngere Zeit defekt und sie hatte es, vergesslich, wie sie im Alter geworden war, nicht reparieren lassen. Cora kroch resigniert zu ihr unter die Bettdecke und betastete besorgt das K\u00fcchenmesser unter ihrem Kopfkissen.<br \/>\nDrau\u00dfen schrien Leute, fauchten Sch\u00fcsse, grelle Entladungen zuckten auf, es krachte ein paar Mal heftig \u2026 verdammt, das waren Bomben! Also hatten sie es doch mit Milit\u00e4r zu tun und die Jungs von der B\u00fcrgerwehr waren wom\u00f6glich bereits zum gr\u00f6\u00dften Teil vaporisiert! Cora lie\u00df das Messer los und griff am, ganzen K\u00f6rper zitternd, nach der Hand ihrer Schwiegermutter. In dem Augenblick donnerten Tritte und Schl\u00e4ge gegen die T\u00fcr, Holz und Plastik splitterten, Metall kreischte \u2026 dann waren sie drin.<\/p>\n<p>Die Stimmen der Cardis dr\u00f6hnten laut durch die stillen R\u00e4ume der Wohnung. Einen irrationalen Augenblick lang verabscheute Cora die Erfinder s\u00e4mtlicher Universal\u00fcbersetzer. Tierlaute h\u00e4tten zu den primitiven Bestien da drau\u00dfen viel besser gepasst \u2026 obwohl es nat\u00fcrlich n\u00fctzlicher war, zu wissen, was sie vorhatten.<br \/>\n\u201ePiekfeine Bude!\u201d meinte einer der Angreifer zufrieden.<br \/>\n\u201eDie haben sogar Essen f\u00fcr uns gemacht!\u201d l\u00e4sterte ein anderer. \u201eDas Zeug schmeckt nicht einmal schlecht.\u201d<br \/>\nDann h\u00f6rten die beiden Frauen, wie das Mobiliar im Wohnzimmer polterte, die teuren Gl\u00e4ser in der Schrankwand klirrten und einige davon zerschellten.<br \/>\n\u201eSo ein Plunder\u201d, knurrte der erste Cardi. \u201eWas soll ich mit diesem geschmacklosen Zeug? Die m\u00fcssen doch irgendwo ihr Latinum haben \u2026 und ihre Klunkern.\u201d<br \/>\n\u201eIch hab sie!\u201d frohlockte der Verfressenere der beiden. \u201eF\u00fcnf Barren und acht Streifen Latinum, der \u00fcbliche verschn\u00f6rkelte Goldschmuck, sogar echte Diamantohrringe \u2026 das kann man gut verkaufen.\u201d<br \/>\n\u201eHier ist \u00fcberall nur Weiberkram\u201d, murmelte der Erste versonnen. \u201eUnd die Truhe vor der T\u00fcr \u2026 vielleicht finden wir noch etwas Leckeres \u2026\u201d<\/p>\n<p>Cora verkrampfte sich vor Angst und ihre Schwiegermutter atmete pl\u00f6tzlich schwer. Dann rissen die Kerle die Schlafzimmert\u00fcr auf und kamen langsam und prahlerisch mit schussbereiten Waffen herein. Sie trugen graue Brustpanzer, enge schwarze Hosen, klobige Stiefel \u2026 es war tats\u00e4chlich regul\u00e4res Milit\u00e4r. Cora sprang auf und hob mit einer ungeschickten Geste das K\u00fcchenmesser.<br \/>\n\u201eAber S\u00fc\u00dfe\u201d, s\u00e4uselte der gr\u00f6\u00dfere der Cardis ironisch, w\u00e4hrend er ihr die unzureichende Waffe blitzschnell aus der Hand riss. \u201eWillst du mit dem mickerigen Ding da etwa unsere Brustpanzer aufschlitzen? Das ist doch mehr als \u00fcbertrieben \u2026 schlie\u00dflich meinen wir es nur gut mit euch. Es sollte euch eine Ehre sein, dass wir eine minderwertige Spezies wie die Menschen \u2026\u201d<br \/>\n\u201eHau ab, du Bastard!\u201d schrie Cora w\u00fctend. \u201eWag es ja nicht oder \u2026\u201d<br \/>\nHarte M\u00e4nnerh\u00e4nde verdrehten ihre Arme so brutal, dass sie vor Schmerz aufkeuchte. \u201eOder was?\u201d fragte der kleinere Cardi provozierend, packte ihr Hauskleid und riss es mit einem Ruck bis zum Bauchnabel auf. Sekunden sp\u00e4ter lag sie halb nackt auf dem Bettvorleger, ihre Handgelenke waren mit dem BH auf dem R\u00fccken gefesselt. Sie schrie verzweifelt und stie\u00df mit den Beinen wild um sich, aber das n\u00fctzte ihr nicht viel \u2026 nach kurzem Kampf war sie so gut verschn\u00fcrt, dass sie sich nicht mehr wehren konnte.<br \/>\n\u201ePack sie in den Sessel, Kamerad \u2026 die muss sich erst abk\u00fchlen, bevor man etwas Vern\u00fcnftiges mit ihr anfangen kann. Nehmen wir uns erstmal die Alte vor!\u201d<br \/>\n\u201eHab keine Lust\u201d, murrte der andere angewidert. \u201eDas ist mir zu un\u00e4sthetisch.\u201d<br \/>\nDer Gr\u00f6\u00dfere deckte Coras Schwiegermutter mit einem Ruck auf, schob ihr das lange Nachthemd \u00fcber den Kopf und verknotete es sorgf\u00e4ltig. Die arme alte Frau konnte nichts mehr sehen. Sie \u00e4chzte, w\u00e4hrend sie versuchte, ihre Arme zu befreien, ihre magere Brust hob und senkte sich krampfhaft \u2026 dann r\u00f6chelte sie kurz und bewegte sich nicht mehr.<br \/>\n\u201eMist!\u201d murrte der Soldat entt\u00e4uscht. \u201eEs gibt also keinen Spa\u00df \u2026 aber wir haben ja noch die andere.\u201d<\/p>\n<p>In dem Augenblick betrat ein weiterer Cardassianer das Schlafzimmer \u2026 dem golden gl\u00e4nzenden Emblem auf seinem Brustpanzer nach ein Offizier. Er sah sich kurz um und erfasste sofort die Situation.<br \/>\n\u201eVerschwindet, ihr Helden\u201d, knurrte er \u00e4rgerlich. \u201eDiese Frau geh\u00f6rt mir! Ihr passt auf, dass uns keiner st\u00f6rt!\u201d<br \/>\n\u201eD\u00fcrfen wir hinterher auch \u2026\u201d fragt der Gr\u00f6\u00dfere erwartungsvoll.<br \/>\n\u201eNein!\u201d Die beiden Soldaten trollten sich mit unzufriedener Miene.<br \/>\nCora schloss die Augen und wartete ergeben darauf, dass grobe H\u00e4nde sie g\u00e4nzlich entbl\u00f6\u00dfen w\u00fcrden, und \u2026<br \/>\n\u201eEs tut mir Leid, wie sich meine Untergebenen aufgef\u00fchrt haben\u201d, sagte der Cardassianer leise. \u201eViele der einfachen Soldaten stammen aus \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen, sind sogar in Slums gro\u00df geworden, wo Prostitution und sexuelle Gewalt ganz allt\u00e4glich ist. Ich kann nat\u00fcrlich nicht hoffen, dass Sie uns verzeihen.\u201d<br \/>\nDie Siedlersfrau hob vorsichtig die Augenlider \u2026 das Gesicht des Fremden war erschreckend nahe \u2026 schmal und kantig mit deutlich hervortretenden Schuppen und Erhebungen \u2026 ein gro\u00dfer Mund mit geschwungenen Lippen \u2026 intelligente graugr\u00fcne Augen, die sie mit schwer deutbarem Blick musterten. Der Offizier wollte offenbar plaudern, bevor er ihr Gewalt antat. Cora hatte schon \u00f6fter geh\u00f6rt, dass gebildete Cardis sich zuweilen recht eigenartig verhielten. Manche waren v\u00f6llig pervers \u2026 viele ihrer Opfer verstummten danach f\u00fcr immer oder verloren den Verstand \u2013 andere waren so verr\u00fcckt, Liebe von ihren Opfern zu erwarten!<br \/>\n\u201eIch bin Glin Rijotha Warn\u201d, sagte der Eindringling sanft. \u201eBitte f\u00fcrchten Sie sich nicht. Ich habe noch nie einer Frau Gewalt angetan.\u201d<\/p>\n<p>Cora musste innerlich grinsen. Das war eindeutig Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck \u2026 dieser Cardi war offenbar einer jener gebildeten Weicheier \u2026 die Art Mann, f\u00fcr die Marvin nur ein ver\u00e4chtliches Schnauben \u00fcbrig hatte \u2026 Schwachk\u00f6pfe, die eine Frau besoffen quatschten, statt es ihr ordentlich zu zeigen. F\u00fcr einen Moment sah Cora die derben Pranken ihres Ehemannes vor sich, wie er sie ohne Umst\u00e4nde packte, reichlich grob an ihr herumknetete und dann \u2026 nein, es geh\u00f6rte sich nicht, den rechtlich angetrauten Partner zu bekritteln \u2026 Marvin betrank sich seltener als seine Nachbarn, konnte wie ein Ackergaul arbeiten, ging niemals fremd und er hatte ihr zwei kr\u00e4ftige S\u00f6hne geschenkt, die bereits den Pflug recht gut f\u00fchren konnten. Er war ein guter Mann \u2026 und sie eine gl\u00fcckliche Ehefrau.<\/p>\n<p>\u201eIch hei\u00dfe Cora Travis \u2026 und wenn Sie endlich so nett w\u00e4ren, mich loszubinden.\u201d Der Cardi schnitt tats\u00e4chlich mit dem K\u00fcchenmesser ihre Fu\u00dffesseln durch und schickte sich an, mit ihrem BH das Gleiche zu tun. \u201eUnterstehen Sie sich!\u201d fauchte die Siedlersfrau. \u201eDas Ding hat ganze sechs Streifen Latinum gekostet!\u201d<br \/>\nGlin Warn sah sie irritiert an, dann nahm er sie vorsichtig in die Arme und bem\u00fchte sich gehorsam, das mit aller Kraft verzurrte Kleidungsst\u00fcck aufzuknoten, ohne es zu besch\u00e4digen. Der harte Brustpanzer dr\u00fcckte an ihr Gesicht \u2026 ohne es zu wollen, nahm sie die K\u00f6rperw\u00e4rme und den Duft des Mannes auf. Der Cardi roch \u2013 im Gegensatz zu allen Parolen der Siedler \u2013 gar nicht einmal schlecht \u2026 sehr reinlich und das Parf\u00fcm, das er benutzte \u2026 leicht herb und irgendwie exotisch. Als er ihre H\u00e4nde befreit hatte, lie\u00df er sie sofort los. Ein seltsam hungriger Ausdruck stahl sich in seine Augen \u2026 irritierend, aber nicht wirklich beunruhigend. Cora hielt das zerrissene Kleid mit beiden H\u00e4nden zu und funkelte den Offizier herausfordernd an. \u201eSie haben vorhin gesagt, dass ich Ihnen geh\u00f6re \u2026 das war doch wohl nicht Ihr Ernst?\u201d<br \/>\nDer selbstbewusste Protest der Siedlersfrau schreckte den Cardassianer nicht ab \u2026 im Gegenteil, er begann pl\u00f6tzlich hastiger zu atmen und das Funkeln seiner graugr\u00fcnen Augen verst\u00e4rkte sich. \u201eIch meine immer ernst, was ich sage\u201d, konterte er gelassen und bog behutsam ihre Finger auf \u2026<\/p>\n<p>\u201eKlebe ich ihm jetzt eine oder lasse ich ihn ein bisschen herumfummeln\u201d, \u00fcberlegte Cora n\u00fcchtern, schlie\u00dflich wollte sie noch ein wenig weiterleben und der Disruptor im G\u00fcrtel des Cardis funktionierte bestimmt besser als das Lasergewehr im Waffenschrank \u2026 dann fiel ihr auf, was f\u00fcr sch\u00f6ne H\u00e4nde der Mann hatte \u2026 kr\u00e4ftig mit langen Fingern und sauber geschnittenen N\u00e4geln.<br \/>\nDie Ber\u00fchrung des Fremden traf sie wie ein Schock. Noch nie hatte jemand ihre Br\u00fcste so sanft gestreichelt, so and\u00e4chtig mit den Lippen ihre Brustwarzen \u2026 und den s\u00fc\u00dfen, ziehenden Schmerz da unten kannte sie auch noch nicht. \u201eNehmen Sie sofort Ihre Pfoten weg, Sie perverser W\u00fcstling!\u201d<br \/>\n\u201eM\u00f6chten Sie das wirklich?\u201d fragte der Offizier mit einem selbstbewussten L\u00e4cheln und lie\u00df sie abrupt los. \u201eIch hatte eigentlich den Eindruck, dass es Ihnen gef\u00e4llt \u2026\u201d<br \/>\n\u201eMeine Schwiegermutter ist noch nicht richtig kalt und da kommen Sie und fummeln an mir herum, Sie piet\u00e4tloses Schwein! Und \u00fcberhaupt \u2026 ich kenne Sie doch gar nicht. Ich schlafe nie mit wildfremden Kerlen!\u201d<br \/>\n\u201eIch entschuldige mich\u201d, erkl\u00e4rte Glin Warn reum\u00fctig. \u201eIch vergesse immer wieder, dass Menschen einen guten Streit nicht als Vorspiel \u2026 Sie sind wundersch\u00f6n, wenn Sie w\u00fctend sind \u2026 geradezu unwiderstehlich \u2026 wissen Sie \u00fcberhaupt, was Sie damit bei einem cardassianischen Mann anrichten k\u00f6nnen?\u201d<br \/>\nCora schwieg verbl\u00fcfft, w\u00e4hrend der Glin zum Bett her\u00fcberging, der Schwiegermutter das Nachthemd wieder herunterzog und ihr mit einer sanften Geste die Augen zudr\u00fcckte. \u201eSoll ich sie ganz und gar zudecken?\u201d fragte er ruhig \u201e\u2026 oder haben die Menschen da andere Br\u00e4uche?\u201d Er verhielt sich gar nicht wie ein Au\u00dferirdischer \u2026 jedenfalls nicht im Moment \u2026 es war schlie\u00dflich nicht seine Schuld, dass die alte Frau gestorben war und die W\u00fcrde der Toten war ihm genauso wichtig wie den Menschen. Als Cora nicht antwortete, zog der Cardassianer die Bettdecke mit einer behutsamen Geste bis zum Hals der Toten.<\/p>\n<p>\u201eWie kommt ein wei\u00dfes Schaf wie Sie dazu, eine friedliche Siedlung zu \u00fcberfallen?\u201d fragte sie spitzer als beabsichtigt und erntete daf\u00fcr einen bewundernden Blick.<br \/>\nDer Cardassianer brauchte einige Minuten, um eine Antwort zu formulieren. \u201eIch wurde gleich nach der Milit\u00e4rakademie zu den Grenztruppen abkommandiert\u201d, sagte er ruhig. \u201eIch habe nicht den Oberbefehl \u00fcber dieses \u2026 dieses Desaster. Mir gef\u00e4llt das alles auch nicht.\u201d<br \/>\n\u201eAber Sie machen mit\u201d, konstatierte Cora ver\u00e4rgert. \u201eSie k\u00f6nnten den Dienst quittieren und einen anst\u00e4ndigen Beruf ergreifen!\u201d<br \/>\n\u201eDas ist auf Cardassia nicht so einfach. Technik und Wissenschaft sind bei uns traditionelle Dom\u00e4nen der Frauen. Ein Mann muss, um akzeptiert zu werden, bereit sein, f\u00fcr seine Welt zu k\u00e4mpfen.\u201d<br \/>\n\u201eAlte Omas umbringen und Frauen flach legen!\u201d Coras Augen blitzten vor Zorn.<br \/>\nDer Offizier \u00fcberlegte, ob er es wagen konnte, dieser \u00fcberaus anziehenden Frau seine eigentliche Aufgabe anzudeuten \u2026 dass er als Verbindungsmann des demokratischen Untergrundes jene Dissidenten warnen und besch\u00fctzen sollte, wegen denen der obsidianische Orden die Kolonien der Menschen immer wieder durchk\u00e4mmen lie\u00df \u2026 M\u00e4nner, Frauen und Kinder, die ein grenznahes Exil dem sicheren Zentralbereich der F\u00f6deration vorgezogen hatten, weil sich hier eher eine M\u00f6glichkeit ergab, Familie und Freunde wiederzusehen. Nein, wenn diese Frau ihn verriet, war nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr \u2026 wer wei\u00df, wie lange er der Folter standhalten konnte. Er musste sie irgendwie \u00fcberzeugen \u2026<\/p>\n<p>\u201eSagen Sie blo\u00df, dass Sie hier sind, um die Unschuldigen zu besch\u00fctzen!\u201d fragte Cora nach einer Weile h\u00f6hnisch.<br \/>\nDie Lippen des Cardassianers zuckten unmerklich \u2026 in seinen Augen war jetzt eine seltsame Mischung aus Trauer und Panik. Er wandte sich ab und starrte auf die gebl\u00fcmte Wand des Schlafzimmers. \u201eWenn Sie meinen Untergebenen Bescheid sagen, wird Sie niemand anr\u00fchren und Sie bekommen sogar eine Belohnung \u2026 man wird den Besitz Ihrer Familie f\u00fcr unantastbar erkl\u00e4ren\u201d, sagte er leise.<br \/>\n\u201eAlso sind Sie tats\u00e4chlich ein Dissident!\u201d<br \/>\n\u201eEs spielt keine Rolle, was ich wirklich bin. Da, wo ich herkomme, gen\u00fcgt ein vager Verdacht \u2026 die Folter sorgt dann schon daf\u00fcr, dass der obsidianische Moloch sein Opfer bekommt. Also tun Sie etwas f\u00fcr Ihre Leute! R\u00e4chen Sie diese ungl\u00fcckliche alte Frau und sorgen Sie daf\u00fcr, dass Ihre Familie nie wieder Angst haben muss!\u201d<\/p>\n<p>Es war ganz still in dem gem\u00fctlichen Raum. Cora kam die ganze Situation irgendwie unwirklich vor. Die Schwiegermutter sah aus, als schliefe sie friedlich in ihrem Bett. Ab und zu hustete einer der beiden Soldaten im Flur. Der Cardassianer sa\u00df entspannt in der typischen Kutscherhaltung mit h\u00e4ngenden Schultern und gesenktem Kopf auf einem Schemel. \u201eNun machen Sie schon, rufen Sie die beiden herein\u201d, verlangte er tonlos.<br \/>\nCora fand, dass er jetzt sehr sch\u00f6n und irgendwie verletzlich aussah. \u201eWarum haben Sie mich eigentlich vorhin angefasst?\u201d fragte sie leise und ging langsam zu ihm her\u00fcber.<br \/>\n\u201eDie cardassianische Biologie \u2026 als Sie anfingen, mit mir zu streiten \u2026 wir funktionieren ein wenig anders, als die Menschen.\u201d<br \/>\n\u201eWarn \u2026 ich darf doch Warn sagen?\u201d<br \/>\n\u201eRijotha ist mir lieber, Warn ist der Familienname \u2026\u201d<br \/>\n\u201eRijotha, als du mich ber\u00fchrt hast \u2026 es hat dir doch etwas bedeutet, oder?\u201d<br \/>\n\u201eEine Frau, die \u00fcberall weich ist \u2026\u201d murmelte der Cardassianer vertr\u00e4umt. \u201eEs fasziniert mich schon lange \u2026 aber welche Au\u00dfenweltlerin will schon einen Cardassianer? Wir sind die Pest dieses Quadranten \u2026 es ist ganz nat\u00fcrlich, dass uns niemand mag.\u201d<br \/>\nWenn jemand Cora gefragt h\u00e4tte, was sie da eigentlich tat und warum sie gar nicht anders konnte \u2026 sie h\u00e4tte es beim besten Willen nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Wortlos kniete sie vor ihm nieder, nahm seine H\u00e4nde und legte sie auf ihre Br\u00fcste.<\/p>\n<p>\u201eDu bist einverstanden? Warum? Eben warst du noch so emp\u00f6rt \u2026 und nun \u2026\u201d fragte Rijotha ungl\u00e4ubig.<br \/>\n\u201eIch verstehe langsam, wie viel Mut dazu geh\u00f6rt, auf Cardassia ein anst\u00e4ndiger Mann zu sein. Ich werde dich nicht verraten. Du bist f\u00fcr mich der Einzige \u2026\u201d<br \/>\n\u201eUnd dein Ehemann?\u201d<br \/>\n\u201eSeine Eltern hatten ein St\u00fcck Land \u2026 meine Eltern hatten das St\u00fcck Land daneben. So ist das nun einmal unter Bauern. Marvin ist nicht schlecht und ich war ihm bisher auch treu \u2026 aber Liebe \u2026 nein.\u201d<br \/>\n\u201eUnd ich habe es aufgeweckt\u201d, fl\u00fcsterte Rijotha and\u00e4chtig. \u201eDas ist so, als w\u00e4re ich dein erster Mann \u2026\u201d Wenig sp\u00e4ter lagen sie nebeneinander auf dem Teppich. Cora schnupperte unwillk\u00fcrlich \u2026 da war pl\u00f6tzlich noch etwas anderes \u2026 ein herber, nat\u00fcrlicher Duft.<br \/>\n\u201eDu riechst \u00fcberall so gut\u201d, murmelte sie genie\u00dferisch. \u201eUnd deine H\u00e4nde \u2026\u201d<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen suchten sie sich aus dem, was die beiden Soldaten \u00fcbrig gelassen hatten, ein Fr\u00fchst\u00fcck zusammen. In Cora war eine seltsame Klarheit \u2026 ihre Gedanken waren wie R\u00f6ntgenstrahlen, die alles durchdrangen und das sch\u00e4bige L\u00fcgengerippe sichtbar machten, das bis jetzt ihrem Leben Halt gegeben hatte.<br \/>\n\u201eNimmst du mich mit, Liebster?\u201d fragte sie erwartungsvoll. \u201eIch kann jetzt nicht mehr mit meinem Mann in einem Bett schlafen \u2026 verstehst du das?\u201d<br \/>\n\u201eJa\u201d, antwortete der Cardassianer betr\u00fcbt. \u201eIch verstehe alles \u2026 aber ich habe eine Mission. Unz\u00e4hlige Leben sind in Gefahr, wenn ich versage.\u201d Auf einmal war es ganz leicht, das Geheimnis offen zuzugeben.<br \/>\n\u201eAber ich kann und will so nicht weiterleben!\u201d beharrte Cora heftig. \u201eAuch wenn unsere V\u00f6lker verfeindet sind, ich \u2026\u201d<br \/>\n\u201eSprich es bitte nicht aus\u201d, unterbrach sie Rijotha sanft. \u201eIch werde es jetzt auch nicht aussprechen.\u201d<br \/>\n\u201eAber \u2026 sie \u2026 meine Leute \u2026 sie werden mich verachten \u2026 anspucken \u2026 t\u00f6ten!\u201d<br \/>\n\u201eIch nehme dich als meine Komfortfrau zum n\u00e4chsten interplanetaren Raumhafen mit. Da bleiben uns noch ein paar N\u00e4chte. Aber dann m\u00fcssen wir uns trennen.\u201d<br \/>\n\u201eWarum kommst du nicht mit zur Erde? Niemand wird dir etwas antun!\u201d<br \/>\n\u201eIch sagte es schon, ich habe eine Mission und au\u00dferdem \u2026\u201d<br \/>\n\u201eWas, Rijotha, was?\u201d<br \/>\n\u201eEin K\u00e4mpfer f\u00fcr die Gerechtigkeit muss unangreifbar sein \u2026 alles, was er liebt, kann gegen ihn verwendet werden. So ist nun einmal das Gesetz des Untergrunds. Ich will nicht, dass sie dich eines Tages foltern.\u201d<br \/>\nTr\u00e4nen rollten \u00fcber Coras Wangen. Sie schniefte heftig, riss mit verschleiertem Blick ein K\u00fcchentuch von der Rolle und putzte sich verzweifelt die Nase. \u201eWie soll ich ein ganzes Leben ohne dich \u2026 so viele Jahre!\u201d<br \/>\n\u201eIrgendwann wird Frieden sein\u201d, tr\u00f6stete sie der Cardassianer behutsam. \u201eIch werde dich bestimmt wiederfinden.\u201d<\/p>\n<p>Die beiden Soldaten stolperten, jeder mit einer Kanarflasche in der Hand, in die K\u00fcche und prallten erschrocken zur\u00fcck, als sie ihren Vorgesetzten eintr\u00e4chtig mit der Siedlersfrau fr\u00fchst\u00fccken sahen. \u201eWir haben Hunger \u2026 wollten nur nachsehen, ob \u2026 ob noch was da ist \u2026 zu essen da ist\u201d, stammelten sie.<br \/>\n\u201eNehmt euch, soviel ihr wollt!\u201d sagte Cora freundlich. \u201eIch wei\u00df, dass ihr schon das Latinum und den Schmuck aus der Kommode habt \u2026 ich zeige euch noch, wo sich das Eingeweckte im Keller befindet. Es wird euch bestimmt schmecken.\u201d<br \/>\n\u201eMadame\u201d, sagte der gr\u00f6\u00dfere der beiden gleichzeitig verwirrt und dankbar.<br \/>\n\u201eMeine Schwiegermutter ist tot \u2026 und ich brauche nichts mehr davon\u2026 ich brauche gar nichts mehr au\u00dfer \u2026\u201d Cora schluckte tapfer. \u201eAu\u00dfer den paar N\u00e4chten bis zum n\u00e4chsten Raumhafen \u2026 nur die N\u00e4chte mit Rijotha, mit meinem geliebten Feind.\u201d<br \/>\n\u201eMann!\u201d fl\u00fcsterte der kleinere Soldat neidisch. \u201eDie hat es aber erwischt \u2026 ich m\u00f6chte nur wissen, wie unser Glin das angestellt hat. Ob er uns irgendwann ein paar Tricks verr\u00e4t?\u201d<br \/>\n\u201eRaus hier!\u201d befahl Glin Rijotha Warn vergn\u00fcgt.<\/p>\n<p>\u00a9 2004 by Anneliese Wipperling<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cardi-Alarm! Als feindliche Soldaten die T\u00fcr einschlagen, bef\u00fcrchtet eine Siedlersfrau das Schlimmste. 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