{"id":140,"date":"2004-05-18T16:01:12","date_gmt":"2004-05-18T15:01:12","guid":{"rendered":"http:\/\/sandozean.de\/blog\/sandozean\/?p=140"},"modified":"2025-05-13T19:34:21","modified_gmt":"2025-05-13T19:34:21","slug":"beruhrung-des-fremden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/sandozean.de\/?p=140","title":{"rendered":"Ber\u00fchrung des Fremden"},"content":{"rendered":"<p><em>Bisher war Stakka De eine treue Ehefrau f\u00fcr ihren Mann Apo Ca. Doch dann trifft sie den Au\u00dfenweltler Ken\u2019Ko \u2013 und der weckt v\u00f6llig neue Gef\u00fchle in ihr \u2026 <\/em> <b><strong>SciFi-Liebesgeschichte von Ramona Scheerer<\/strong><\/b> <!--more--> Der Flug zu den Sternen erschien ihr glaubhafter, als man annehmen mochte. Bedacht auf die Distanz ihres Herzens zu den Dingen um sich herum, plante sie ihren eigenen Stil. Sie wollte ihn verwirklichen. Es war wichtig, da\u00df sie die Dinge nicht aus den Augen verlor, da\u00df ihr Mund nicht voreilig von all dem sprach, was ihr vorschwebte. Es war lausig zu wissen, da\u00df die Alten ihr Steine in den Weg legen mochten. Doch aufgeben durfte sie nicht. Jetzt nicht, zu keiner Zeit. Sie mu\u00dfte die H\u00f6he bewahren, das war wichtig, und sie hielt ihren Blick nach oben gerichtet. Sie wollte nicht verlieren, was sie nun nach so m\u00fchsamer Suche gefunden hatte. Es war schwierig, all das zu fassen, was ihr innerhalb so kurzer Zeit gegeben worden war. Die G\u00f6tter waren mit ihr\u2026 Stakka. De schaute auf den Weg vor sich. Er war steinig, und sie achtete darauf, nicht zu straucheln. Doch ihre Aufmerksamkeit galt nicht nur diesem Weg, den sie noch vor sich hatte. Unendlich viele Gedanken gingen ihr durch den Kopf, Gedanken, die geboren worden waren aus den Ereignissen der letzten Zeit. Ihr Blick wanderte hinauf zum Himmel, der jetzt nach dem Sonnenuntergang in ein tiefes Violett geh\u00fcllt war; nur der erste der zwei Monde, der bereits aufgegangen war, erhellte diese Dunkelheit. Unvermittelt glitt ein L\u00e4cheln \u00fcber ihr schmales Gesicht. Wenn der zweite Mond aufzog, w\u00fcrde auch er da sein\u2026 Sie begann sich zu wiegen nach einer imagin\u00e4ren Melodie, die ihrem Herzen entsprang. Sie verstand es selbst noch nicht, was da geschah, aber sie sp\u00fcrte, da\u00df es etwas ganz Besonderes sein mu\u00dfte. Anders konnte es nicht sein. Sie blieb wieder stehen und schaute hoch zu dem gro\u00dfen, fast wei\u00dfen Mond. Ihre gro\u00dfen, facettenartigen Augen reflektierten seinen reinen Glanz, und er vermischte sich mit dem Schimmer der Sehnsucht, der in ihrem Inneren lebendiger geworden war. Sie hob ihre rechte Hand, als wolle sie den Trabanten ber\u00fchren. Ihre vier Finger hoben sich dunkel ab von der hellen Scheibe des Himmelsk\u00f6rpers. Lang und schmal. Sie musterte sie. Er hatte f\u00fcnf Finger, fiel ihr ein, und sie waren fleischiger als ihre. Stumm starrte sie auf ihre Hand. Sie wandte sich um und setzte ihren Weg fort. Es wurde Zeit, der zweite Mond lie\u00df nicht mehr lange auf sich warten. Und sie wollte dort sein, wenn er kam. Woher kam er \u00fcberhaupt? Das wu\u00dfte sie nicht. Er hatte ihr wohl gesagt, da\u00df er auf einer anderen Welt lebte, er hatte sogar angeboten, sie ihr zu zeigen, doch sie brachte den Mut nicht auf. Was w\u00e4re, wenn sie nicht mehr hierher zur\u00fcckkommen konnte? Seine Welt, so hatte er erz\u00e4hlt, war eine Welt der W\u00fcsten, auf der Oberfl\u00e4che und in den Herzen. Und eine Frau war nicht viel wert dort\u2026 Viele Dinge erfuhr sie durch ihn, die ihr unvorstellbar erschienen. Sie schaute sich um. Eine \u00fcberaus \u00fcppige Pflanzenwelt unigab sie, die am Tag in den sch\u00f6nsten Farben zwischen Blau und Gr\u00fcn leuchtete, wenn die Sonne vom rotvioletten Himmel schien. W\u00fcste\u2026 ? Nur orangefarbener Sand, soweit man sah? Sie blieb stehen. Wie sollte sie sich das vorstellen? W\u00fcste\u2026 Land ohne Wasser, brennende Sonne. Ihr fr\u00f6stelte. Es war nicht mehr weit. Sie sp\u00fcrte ihre Unruhe, die Vorfreude. Und ihr Erstaunen, immer noch. Er war so fremdartig, so anders als sie. Sie hatte Wesen wie ihn nie vorher gesehen. Seine Augen waren so klein\u2026 sie fuhr sich \u00fcber ihre eigenen, die ein Viertel ihres Gesichtes einnahmen und eine unendliche Tiefe aufwiesen, die selbst von ihrem Umfeld mit Erstaunen aufgenommen wurde. Sie w\u00fcrde einmal etwas ganz Au\u00dfergew\u00f6hnliches sehen, sagte man ihr, als sie noch ein Kind war. Sie l\u00e4chelte wieder. Sie sah es. Er war es. Er mit diesem runden Gesicht, mit dieser Pigmentierung an den Seiten des Kopfes, mit seiner orangeblauen Hautfarbe und den beinahe orangeroten Haaren. Er war gro\u00df, aber nicht so schlank wie die M\u00e4nner ihres Volkes, er war einfach ganz anders. Sie erschrak, als sie ihn das erste Mal sah, doch ihm war es offenbar nicht anders ergangen. Die Neugier lie\u00df beide bleiben. Und eine seltsame Ahnung \u00fcber den anderen\u2026 Aus diesem wundersamen Aufeinandertreffen erwuchs ein tiefes Gef\u00fchl der Vertrautheit f\u00fcr den anderen, eines der Zuneigung\u2026 eines der Liebe. Wieder begann sie sich zu wiegen im Takt einer Musik, die nur sie vernahm, und sie rief sich allerlei Erinnerungen ins Ged\u00e4chtnis. Ihr langes tiefschwarzes Haar wehte im lauen Nachtwind, ihre metallene Haut gl\u00e4nzte matt im Schein des nun aufgehenden zweiten Mondes. Sie wirbelte ihre schlanke Gestalt um ihre eigene Achse und lachte kurz auf. Sie war da. Nun konnte er kommen. Vorsichtig kletterte sie einen steinigen Abhang hinunter und machte es sich schlie\u00dflich auf einem Pflanzenteppich bequem. Sie musterte das noch zaghafte Lodern vor sich. Vor einiger Zeit war es ihr aufgefallen, als sie hierher kam, um Obst zu sammeln. Normalerweise kam sie nie an dieser Stelle vorbei, doch diesmal wollte sie einfach einen anderen Weg w\u00e4hlen, und, so vermutete sie, f\u00fchrte sie das Schicksal an diesen Ort. Sie lehnte sich zur\u00fcckck, als das wei\u00dfviolette Flackern vor ihr heller wurde und sich nun in ein glei\u00dfendes Licht verwandelte, das aber keineswegs blendete. Stakka De legte den Kopf ein wenig schr\u00e4g, und Gl\u00fccksichsein spiegelte sich auf ihrem Gesicht wieder. Der \u00fcberaus helle Strahl verwandelte sich in einen Spalt, der zusehends breiter wurde und pl\u00f6tzlich eine dunkle Gestalt sichtbar werden lie\u00df. Unmittelbar nachdem diese das Licht durchquert hatte, fiel dieses in sich zusammen und verbla\u00dfte wieder zu einem unauff\u00e4lligen Lodern in der Nacht. Doch darauf achtete die junge Frau nicht mehr. Er stand vor ihr, und mehr sah sie nicht. \u201eKen\u2019Ko!\u201d Leise fl\u00fcsterten ihre Gedanken seinen Namen. Sie sprach ihn nicht aus, aber sie wu\u00dfte, da\u00df er sie auch so verstand. Sie war \u00fcberrascht gewesen, als sie feststellte, da\u00df es Wesen gab, die sich nicht \u00fcber die einfache \u00dcbertragung von Gedanken verst\u00e4ndigten. Er hatte sie nicht verstehen k\u00f6nnen. Doch sie fand einen Weg, eine Verbindung zu ihm zu erm\u00f6glichen. Sein Volk nutzte die Lautsprache, eine Methode, die in ihrem Volk kaum noch verwendet wurde. Er w\u00fcrde nie alles verstehen, was sie ihm mitteilen wollte, und umgekehrt war es genauso, doch ben\u00f6tigte man in ihrem Fall kaum noch Worte. Die Barrieren, die ein Durchdringen in sein Inneres erschwerten, verhinderten es doch nicht ganz, und so hatten sie beide teil an den Bildern, an den Farben, dem Glanz, an allem, was sie f\u00fcreinander erf\u00fcllte. Ihre Seelen begannen zu einer vollkommenen, erf\u00fcllten Einheit zu verschmelzen, und bald fanden sie heraus, da\u00df dies trotz ihrer gegenseitigen Fremdartigkeit k\u00f6rperlich ebenso m\u00f6glich war\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>Der zweite Mond war des Nachts schon l\u00e4ngst nicht mehr am Himmel zu finden, und sie ging nun mit sehr viel mehr Sicherheit zu jenem Ort, an dem sie eine ganz wundervolle Art des Gl\u00fccks und der Liebe kennengelernt hatte. Sie wu\u00dfte daheim um ihre Familie, um ihren Ehemann, wu\u00dfte, da\u00df sie ihn betrog. Doch sie bereute nicht einen Moment davon. Sie wu\u00dfte, da\u00df diese Erf\u00fcllung mit diesem Mann von einer anderen Welt ein Geschenk der G\u00f6tter war, und das w\u00fcrde sie nicht einfach aufgeben. Nat\u00fcrlich mu\u00dften sie einen anderen Weg finden, irgendwann. Sie konnten sich nicht ewig auf diese Art treffen \u2026 Sie stand nun an der oberen Kante des steinigen Abhangs und blickte hinunter. Ken\u2019Ko wartete bereits auf sie und schaute nun seinerseits zu ihr hinauf. Ihre Blicke verfingen sich ineinander und verband sie mit einem unsichtbaren Band, an dem W\u00e4rme und Zuneigung entlangglitten, bis sie den anderen erreichten. Ihre Seelen fa\u00dften sich an den H\u00e4nden, und es schien unvorstellbar, sie je wieder voneinander zu trennen. Als sie sich ihrer wieder bewu\u00dft waren, hatte Stakka De den Abhang bereits hinter sich gebracht und Ken\u2019Ko seine Arme um sie gelegt. Es war eine seltsame Ahnung, die sie in dieser Nacht beschlich, eine, die sie enger zusammenr\u00fccken lie\u00df. Eine, die sie mehr Leidenschaft f\u00fcreinander empfinden lie\u00df als jemals zuvor. Denn es war die Ahnung der Einsamkeit\u2026.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>Die Nacht war nahezu schwarz. Sie schaute zum Himmel, an dem auch der andere Mond kaum noch sichtbar war. Bald w\u00fcrde er v\u00f6llig verschwunden sein, und mit seinem Glanz verfl\u00fcchtigte sich auch jener aus Stakka Des tiefen Augen. Die Monde, nun, sie w\u00fcrden irgendwann wiederkommen, doch kam es ihr vor, als m\u00fc\u00dften die N\u00e4chte nur schw\u00e4rzer werden, immer schw\u00e4rzer. So schwarz, wie es in ihrem Inneren aussah. Sie stand an jenem steinigen Abhang, und ihre Arme hingen schlaff an ihrem K\u00f6rper herab. Eine innere Unruhe hatte sie ungeachtet der Gefahr den schwierigen Weg schnell hinter sich bringen lassen, und nun starrten ihre gro\u00dfen Augen in die Dunkelheit, die sich vor ihr ausbreitete. Das wei\u00dfviolette Flackern war erloschen. Sie wu\u00dfte, da\u00df er nicht mehr wiederkehren konnte. Er war wieder auf seiner Welt gefangen wie sie auf ihrer. So f\u00fchlte es sich f\u00fcr sie an. Das Tor hatte sich geschlossen. Das Tor, das sie zusammengef\u00fchrt, sie und ihre Welten miteinander verbunden hatte. Das Tor, das ein neues Leben erm\u00f6glicht hatte. Vorsichtig fuhren ihre langen H\u00e4nde \u00fcber ihr Gewand, das ihren K\u00f6rper umh\u00fcllte, in dem Ken\u2019Kos Samen aufgegangen war. Sein Kind w\u00fcrde in ihr heranwachsen, und er w\u00fcrde es nie erfahren\u2026 Leise Zweifel kamen in ihr auf. Es war ein Kind eines fremden Wesens. Hatte es \u00fcberhaupt eine Chance zu \u00fcberleben, sich zu entwickeln m ihrem K\u00f6rper und sp\u00e4ter in ihrer Welt? Sie schaute hinauf zum Mond, der nur noch zu erahnen war. Die G\u00f6tter hatten sie und Ken\u2019Ko zusammengef\u00fchrt. Dies war nun nicht mehr m\u00f6glich, doch daf\u00fcr hatten sie einen Teil Ken\u2019Kos in ihr zur\u00fcckgelassen. Also w\u00fcrde das Kind leben. Diese pl\u00f6tzliche Erkenntnis glich einem Aufflackern in ihrem Bewu\u00dftsein, und sie straffte die Schultern. Das Kind w\u00fcrde es guthaben. Sie wollte daf\u00fcr sorgen, da\u00df es in dieser Welt zurechtkam. Welchen Sinn es auch immer haben mochte, einem solch fremdartigen Wesen zur Existenz zu verhelfen, die G\u00f6tter hatten ganz sicher ihre Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Ein letztes Mal schaute Stakka De an die Stelle zur\u00fcck, an der dieser so andere Mann aufgetaucht war. Ein letztes Mal g\u00f6nnte sie sich ein L\u00e4cheln bei dem Gedanken an ihn. Sie hatten ihre Zeit gehabt, und diese war nun vorbei. Sie wandte sich um und kehrte zur\u00fcck zu ihrer Familie, zu ihrem Ehemann. Bald w\u00fcrde es Nachwuchs geben, ein Grund, sich vorzubereiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>Apo Ca musterte seine Frau, die still an ihrem Webstuhl arbeitete. Sie war eigentlich immer still, erinnerte er sich, doch hatte dies nahezu extreme Formen angenommen, seit sie wu\u00dfte, da\u00df sie ein Kind erwartete. Sie war eine freundliche, warmherzige Frau und darum bem\u00fcht, da\u00df ein jeder es gut hatte. Diese Eigenarten brachte sie mit in die Ehe, als sie noch fast ein Kind gewesen war, und seitdem hatte sich das kaum ge\u00e4ndert, obwohl einige Zeit ins Land gezogen war. F\u00fcr ihn erwies sie sich als \u00e4u\u00dferst angenehme Person, als sehr beruhigend, was er sehr zu sch\u00e4tzen wu\u00dfte. Umso mehr vermi\u00dfte er nun diese Zuneigung von ihr, die er immer sehr genossen hatte. Sie hatten nicht aus Liebe geheiratet, dies war hier nicht ma\u00dfgebend gewesen, sondern einfach die Tatsache, da\u00df sie nach Meinung ihrer Familien und der Priester gut zusammenpa\u00dften. Eine zur\u00fcckhaltende, in sich ruhende Frau, so fand man heraus, schien ideal f\u00fcr einen jungen Mann wie Apo Ca, der zielstrebig sein Leben gestalten wollte und manchmal auch einen leichten Hang zum J\u00e4hzorn offenbarte. Trotzdem war er nicht unbedingt jemand, der sich gern im Mittelpunkt sah. Es lag ihm eher, mit der Kraft vieler Leute Dinge zu bewegen und in die richtige Richtung zu lenken. In Stakka De fand er eine Frau, die ihm half, neue Energie zu sch\u00f6pfen. Er vermutete, da\u00df sie beide tats\u00e4chlich das Gl\u00fcck gehabt hatten, in der Zeit ihrer Ehe eine tiefere Bindung zueinander aufzubauen. Nicht allen Paaren erging es so, manche trennten sich bald wieder, wenn absehbar war, da\u00df die Beziehung eher zu einer Belastung wurde. Er stand auf und trat hinter seine Frau. In letzter Zeit hatte sie die telepathische Bindung zu ihm etwas gel\u00f6st, was ihn ein wenig beunruhigte. Sie w\u00fcrde ihm nicht mitteilen, warum, soweit kannte er sie. Sie war eine bessere Zuh\u00f6rerin denn Erz\u00e4hlerin, und mit Sicherheit waren viele Geheimnisse bei ihr besser aufgehoben als bei den treuesten Freunden. Er blickte nun schweigend und ein wenig gr\u00fcbelnd auf sie hinunter. Stakka De hatte derweil ihre Arbeit unterbrochen und ihre H\u00e4nde in den Scho\u00df gelegt. Sie wu\u00dfte, worum es ihrem Mann ging. Doch sie wu\u00dfte auch, da\u00df sie nicht anders reagieren konnte. In ihr wuchs das Kind des Fremden heran, bald w\u00fcrde es zur Welt kommen. Bevor sie Ken\u2019Ko traf, hatte sie ja nicht einmal den Hauch einer Ahnung gehabt, da\u00df es auch Beziehungen voller Liebe und Gl\u00fcck geben konnte, in vollem Einklang mit ihm, sich selbst und dem Universum \u2026 und nie h\u00e4tte sie es f\u00fcr m\u00f6glich gehalten, da\u00df eine Vereinigung mit einem Mann so wunderbar sein konnte, so erf\u00fcllend. Mit Apo Ca war es sicher nicht unangenehm, doch betrachtete sie es fr\u00fcher eher als eine von den G\u00f6ttern verliehene und von den Familien erwartete Gabe, auf diese Weise f\u00fcr den Nachwuchs zu sorgen. Seit Ken\u2019Ko wu\u00dfte sie, da\u00df es so nicht ganz richtig war\u2026 Auf ihrer Welt herrschte der Brauch, eine Ehe auch dann zu l\u00f6sen, wenn das Paar keine Kinder bekam. Gedankenverloren starrte sie auf ihre Webarbeit. Und als sie Apo Cas Umarmung sp\u00fcrte, dachte sie daran, da\u00df diese Erwartungen, die an die Eheleute gestellt wurden, sicher nicht v\u00f6llig unwesentlich waren. Es herrschte ein Krieg mit dem Nachbarreich, in dem viele starben, und das Volk mu\u00dfte weiterleben. Sie blickte schlie\u00dflich in Apo Cas Augen und erinnerte sich daran, da\u00df all diese Dinge auch ihr galten. Und so schenkte sie ihm ein L\u00e4cheln voller W\u00e4rme. Sie sp\u00fcrte, wie er sich zu entspannen begann. Er hatte sich um sie gesorgt. Sie konnte froh sein, da\u00df die G\u00f6tter ihr einen solchen Mann geschenkt hatten. Es war sicher nicht unm\u00f6glich, etwas von diesen wundervollen Erfahrungen mit Ken\u2019Ko hin\u00fcberzunehmen in ihre Ehe mit Apo Ca. Vielleicht hatte sie den anderen Mann auch deshalb kennengelernt, um zu erfahren, da\u00df es noch soviel mehr gab, das eine Beziehung unendlich bereichern konnte. \u00a9 Copyright by Ramona Scheerer, 1996<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher war Stakka De eine treue Ehefrau f\u00fcr ihren Mann Apo Ca. 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